Der Krähenbaum in Alpen-Veen

Nicht "der" Krähenbaum, aber ein Baum mit Nestern der Saatkrähe

„Bah, die schwarzen Viecher kann ich nicht haben.“ - „Gibt's viel zu viele von.“ - „Können Sie von mir aus alle abknallen.“

Tiere, die nicht selten, hübsch, bunt oder gute Sänger sind, sammeln beim Menschen kaum Sympathiepunkte. Die Landwirtschaft klagt darüber, dass Krähen Schäden auf den Feldern anrichten. Und wer die Krähen Intelligenzbestien nennt, legt die Betonung oft auf „Bestie“. Sie gelten als brutal, töten andere Tiere wie Junghasen oder Kleinvögel. Das muss man fairerweise aber auch Störchen und Nachtigallen vorwerfen (von Hund, Katze und Mensch ganz zu schweigen).

In Veen hat die Krähe einen Stein im Brett. Hier steht die Skulptur eines Krähenbaumes und der kleine Ort hat die Krähe sogar zu seinem Wappenvogel gemacht. Man stößt hier überall mit der Nase auf den Vogel: Karneval macht der „Elferrat de Veenze Kräje“ und auf alten Karten trägt das Dorf noch den Namen „Krayenveen“ – Krähenmoor.

Warum Krähenbaum? Wenn ein Bussard in einem Baum sitzt, erklären wir ihn nicht gleich zum Bussardbaum, obwohl das Tier wesentlich größer ist. Doch bei Krähen geht es nicht um eine sondern um Zig. Als soziale Tiere sammeln sie sich zu Schwärmen, um auf Bäumen zu schlafen. Der Vorteil: Je größer die Gruppe, desto mehr Augen achten auf die Umgebung, sehen Nahrung oder Gefahren.

Zum Schluss darf natürlich der Hinweis nicht fehlen, dass Krähen nicht „von Natur aus“ häufig sind. So gilt das auch nur für Rabenkrähe, Dohle und vielleicht Saatkrähe. Oder anders ausgedrückt: Auf eine Rabenkrähe kommen in NRW „nur“ ca. 100 Menschen (ja, so herum). Der Kolkrabe ist dagegen eine Rarität. Die seltenste unserer Krähen kann einem Bussard in Sachen Größe das Wasser reichen, doch sie wird wohl kaum einmal dem Veener Krähenbaum einen Besuch abstatten.

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