Ein kleines Tier, aber ganz schön laut – die Feldgrille

Wenn die Sonne strahlt, ein leises Lüftchen weht und das Fahrrad geschwind zwischen den Feldern dahinrollt, dann darf eines nicht fehlen: Das unermüdliche Zirpen der Heuschrecken. Mit einem ganz besonders markanten Gesang, dem charakteristischen "zri...zri…zri" beeindruckt die Feldgrille (Gryllus campestris). Die lauten Töne entstehen, wenn das Männchen seine Flügel schnell gegeneinander reibt. Dazu dienen spezielle Strukturen an den Flügeln, feine Rillen oder Zähnchen, die den besonderen Gesang ermöglichen. Die Männchen kommunizieren so zum Beispiel mit ihren Partnerinnen. Wussten Sie, dass unter den Insekten außer den Heuschrecken nur die Zikaden zu solchen individuellen Lautäußerungen fähig sind? Die Feldgrille ist anhand ihres unverwechselbaren Gesangs scheinbar leicht zu orten, aber weit gefehlt – die flinken und schreckhaften Tierchen bekommt man nur äußerst selten zu Gesicht. Dabei sind sie auch äußerlich leicht zu erkennen: Ungefähr zwei Zentimeter groß und glänzend tiefschwarz mit einem großen runden Kopf.

Besonders charakteristisch ist auch die Lebensweise der Feldgrillen. Sie überwintern in Röhren, die sie bis zu 40 Zentimeter tief in den Boden graben. Dort legen sie auch ihre Eier ab oder nutzen die Wohnröhre als Zufluchtsort bei drohenden Gefahren. Die Wohnröhren werden meist in trockenen und mageren Wiesen und Weiden an sonnigen Standorten angelegt, denn Feldgrillen mögen es warm. Leider werden solche Flächen in unserer intensiv genutzten Landschaft immer weniger. Trockene Wegsäume und Böschungen können den Verlust nicht wettmachen, sind aber ein wichtiger Rückzugsraum. Deshalb sind solche scheinbar kleinen und unbeachteten Lebensräume besonders wertvoll. Vielleicht hören Sie ja an einem lauen Sommertag ein energisches „zri...zri...zri“ vom Wegrand...In den Wegsäumen ist einiges los!

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