Ein Stück Urlandschaft

Blick auf die Brüner Höhen

Aus der flachen Isselniederung blickt man fast schon ehrfurchtsvoll zum bewaldeten kleinen Höhenzug der Brüner Höhen auf.

Wer das für übertrieben hält, sollte spätestens bei einem Abstecher mit dem Rad hinauf nach Brünen - ohne Elektroantrieb - bemerken, dass wir es doch mit einer beträchtlichen Steigung an dieser Geländekante zu tun haben. Der markante Hang verläuft an der Grenze der Isselniederung und war seit Alters her ein beliebter Ort für menschliche Ansiedlungen. Prähistorische Gräberfelder zeigen, dass die Menschen vorzugsweise Siedlungsplätze aussuchten, die zwar in der Nähe des Wassers lagen, aber genügend Überblick und „trockene Füße“ boten.

In der Folge dieser ersten Ansiedlungen entstand auch Brünen oben auf den sogenannten Niederrheinischen Sandplatten, die hier den Namen Brüner Höhen tragen. Die Sandplatten wurden von der Vergletscherung der vorletzten Eiszeit großzügig abgelagert, dann aber während der letzten Eiszeit von einem wilden Flusssystem angeschnitten, so dass ein Geländeabbruch entstand. Dem wilden Flusssystem von vor etwa 40.000 Jahren folgt heute in der Niederung die vom Menschen sehr stark regulierte Issel.

Vom Rand der Sandplatten konnte der Mensch zu Urzeiten aus zahlreichen Quellen und Bächen reines Wasser schöpfen. Heute versucht der Naturschutz, die Reste eines solchen Bachtales im Naturschutzgebiet Stapelbach zu erhalten. Viele der anderen Wasserläufe sind durch Entwässerungsmaßnahmen der intensivierten Landwirtschaft in Rohre verlegt und begradigt worden.

Auch am Fuße der Niederrheinischen Sandplatten war stellenweise gutes Ackerland zu bestellen, da kleine Höhenunterschiede ausreichten, um vor Hochwassern relativ sicher auf Böden mit gutem Nährstoffgehalt zu wirtschaften. Es wundert daher nicht, dass in diesem Stückchen Urlandschaft auch die größeren Höfe unterhalb der Brüner Höhen alte geschichtliche Wurzeln haben.

in Karte anzeigen