Das Naturschutzgebiet Wilde und Zahme Nuth

Wilde Nuth mit Entengrütze, Foto: J. Amshoff
Gewässer im Naturschutzgebiet, Foto: Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V.
Gehölzgruppe, Foto: Naturschutzzentrum im Kreis Kleve e.V.

Die Wilde und die Zahme Nuth, zwei Teiche dicht beieinander, die sich trotz ihres gegensätzlichen Namens doch sehr ähneln. Auch ihre Entstehungsgeschichte ist die gleiche. Sie liegen nämlich beide in der Niederung eines alten Niersarms, der durch die Verlagerung des Flussbetts kaum noch Wasser  führte und verlandete. Über die Jahrhunderte bildeten sich in der sumpfigen Rinne Niedermoore. Der Torf aus solchen Mooren war früher begehrt als Brennmaterial und so wurden Torfstiche angelegt, um das begehrte Material aus dem Boden zu holen. Zurück blieben die beiden Teiche, die wir auch heute noch sehen können. Um die Gewässer herum ist ein naturnaher Gehölzgürtel aus Erlen und Pappeln gewachsen. Diese Bäume kommen mit den nassen Standortbedingungen in der Niederung gut zurecht. Im Erlenbruchwald ist das auch überlebenswichtig, denn hier bekommen die Bäume zeitweise nasse Füße. In diesen feuchten und schattigen Bereichen fühlen sich Wald-Simse (Scirpus sylvaticus) und Schwertlilien (Iris pseudacorus) wohl. An (offeneren) lichten Uferstellen wachsen schmale Uferröhrichte mit Wasser-Schwaden (Glyceria maxima) und Igelkolben (Sparganium erectum). Und als ob das alles noch nicht genug verschiedene Grüntöne hervorbringen würde, ist die Wasseroberfläche im Sommer mit zahllosen Wasserlinsen (Lemna minor), der sogenannten „Entengrütze“, bedeckt.

Die Bedeutung der Teiche für die heimische Natur  war schon lange bekannt  und so wurde das etwa 9 Hektar große Gebiet 1982 zusammen mit dem angrenzenden Grünland unter Naturschutz gestellt.  Kernbiotope sind die beiden Teiche mit ihren naturnahen Ufergehölzen. In dieser ungenutzten Zone finden zahlreiche Tierarten günstige Lebensbedingungen. Unter anderem auch die Amphibien Grasfrosch und Erdkröte, für die die Teiche wichtige Laichplätze sind. Von hier aus können viele Arten auch das umliegende, teilweise feuchte Grünland nutzen und zeitweilig besiedeln. So profitiert das gesamte Umfeld auch außerhalb des Naturschutzgebietes von den beiden Geschwister-Seen, der Wilden und der Zahmen Nuth.

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