Naturschutzgebiet Niersaltarm bei Weeze

Versteckt hinter Ufergehölzen und vom Weg aus nicht einsehbar liegt das Naturschutzgebiet Niersaltarm bei Weeze. Dabei handelt es sich um einen bogenförmigen Altarm der Niers mit angrenzenden Grauweiden- und Erlengebüschen auf der einen Seite und Grünland auf der anderen Seite. Das Gebiet wurde 1988 unter Schutz gestellt und ist knapp 22 Hektar groß. Im Innenbogen liegen große, intensiv genutzte Grünlandflächen. Die Grasnarbe ist sehr artenarm und Blüten gibt es hier kaum. An manchen Stellen wachsen und blühen aber Brennender Hahnenfuß und Wald-Sumpfkresse. Diese Pflanzen sind Nässezeiger und markieren zeitweilig überflutete, dauernasse Standorte in den Wiesen. Diese Senken sind in manchen Jahren so feucht, dass eine maschinelle Grasernte nicht möglich ist. Dann bleibt das Gras stehen und diese Vegetationsinseln im abgemähten Grünland bieten Amphibien und anderen Kleintieren Unterschlupf und Lebensraum für eine gewisse Zeit.

Der Niersaltarm selber ist ein schmales Fließgewässer mit einigen teichähnlichen Aufweitungen. Der Altarm ist zwar noch an den begradigten Flusslauf der Niers angeschlossen, jedoch fließt so wenig Wasser hindurch, dass das Bachbett ohne künstliche Eingriffe verlanden würde und das Umfeld mit der Zeit versumpfen würde. Deswegen wird die Altarmrinne regelmäßig geräumt. Trotzdem entwickeln sich zwischenzeitlich immer wieder üppige Wasserpflanzen-Polster in der Strömung. Auf dem nährstoffreichen Uferschlamm wachsen Verlandungsröhrichte mit Schwertlilien, Wasser-Schwaden und Großseggen. An sonnigen Uferabschnitten können im Sommer Teichfrösche und zahlreiche Libellen beobachtet werden.

Der Außenbogen des Niersaltarms stellt  einen gänzlich anderen Biotoptyp dar. Der sumpfige Uferstreifen wird von  Grauweiden-Gebüschen und Erlen-Bruchwald eingenommen. Im Schatten der Gehölze wachsen zahlreiche nässeliebende Pflanzen. Stellenweise ist die Brunnenkresse zu finden. Sie bevorzugt quellige Standorte und zeigt an, wo Grundwasser von der Terrassenkante in die Niersaue einsickert.

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