Was hat elektrischer Strom mit Naturschutz zu tun?

Blick auf das Gelände der NABU Naturarena

Es gibt viele Beispiele dafür, dass der Naturschutz helfen kann, alte Gebäude, die früher einem ganz anderen Zweck dienten, heute in einer neuen Art und Weise sinnvoll zu nutzen. Eines davon ist der alte Transformatorenturm in Wesel-Bislich.

Einst als Transformatorenstation (kurz Trafostation) erbaut, d.h. zum Umwandeln von Strom in eine niedrigere elektrische Spannung, dient das nicht mehr benötigte Bauwerk heute einem ganz besonderen, neuen Zweck. Er wird nun vorrangig als Nistturm verwendet. Das heißt, nun dürfen Vögel und Fledermäuse dort eine Heimat finden. Spatzen, Schwalben oder Mauersegler können die für sie dort angebrachten Nistkästen beziehen. Das Dachgeschoss ist zugänglich für Fledermäuse und die Schleiereule. Und an dieser Stelle hat der Trafoturm sogar einen besonderes, dem Naturschutz gewidmetes Umfeld.

Die NABU Kreisgruppe Wesel gestaltet hier seit 2009 auf der etwa neun Hektar großen Fläche ein Gelände zur Information und Bildung von Kindern und Erwachsenen rund um das Thema Natur und Landschaftspflege. Mit Streuobstwiese, Teich, Trockenmauer, Totholzhaufen, Hecken, Kräutergärten, bunten Wiesen für Insekten und vielen anderen Elementen einer naturnahen Landschaft bietet die Naturarena einen ökologischen Naturerlebnisraum. Der weiße Trafoturm ist als Landmarke der Naturarena schon von weitem sichtbar.

Viele der alten Türme haben ihre alte Aufgabe verloren, da sie durch kleinere, modernere Trafostationen ersetzt wurden. Oftmals werden sie aber  - als Geschenk oder für einen symbolischen Euro - Naturschützern zur Verfügung gestellt, um an und in diesen Versteckplätze, Nisthilfen und Quartiere für Tiere zu errichten.

Im Kreis Wesel haben auch noch weitere ausrangierte Trafotürme eine neue Bestimmung gefunden: In Xanten beispielsweise steht am „NaturForum Bislicher Insel“ der 2014 umgerüstete Artenschutzturm des Regionalverbands Ruhr mit Vogelnisthilfen, Insektenhäusern und Quartieren für Fledermäuse. In Wesel-Büderich dient der Trafoturm dem Naturschutz und als Ausstellungsort für die heimische Geschichte. In Schermbeck-Damm hat der „Turmverein Damm e.V.“ in dem 1911 erbauten Turm am Elsenberg 2011 sogar das kleinste Strommuseum der Welt gegründet und so den Turm vor dem Abriss bewahrt.

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