Ein Erbe der Eiszeit – das Naturschutzgebiet Moyländer Bruch

Wiesen mit Graben im Bruch, Foto: J. Amshoff
Blick in das Bruchgebiet, Foto: J. Amshoff
Graben im Bruchgebiet, Foto: J. Amshoff
Alte Torfgrube im Bruch, Foto: J. Amshoff

Wenn man ein nasses Hemd zum Trocknen aufhängt, kann man gut beobachten, wie das Wasser allmählich nach unten läuft und dann auf den Boden tropft. Hier vor uns ist die Situation ganz ähnlich. Die Hügelkette im Hintergrund ist eine alte Stauch-Endmoräne, also eigentlich nichts anderes als ein gewaltiger Sand- und Geröllhaufen, den Gletscher in der Eiszeit aufstauten. Regenwasser sickert durch den sandigen Boden und drückt am Fuß der Moräne aus vielen Kleinstquellen heraus. Deshalb ist der Boden dort immer ziemlich nass. Auf rund vier Kilometern Länge und bis zu 300 Metern Breite erstreckt sich daher die sogenannte Niedermoorrinne des Moyländer Grabens und bietet mit ihren unterschiedlich feuchten Böden vielfältige, wertvolle Lebensräume. Erlenbruchwälder, Röhrichte, Feuchtgrünland, Kleingewässer, der Bachlauf und angrenzende Laubwaldbestände bieten hier einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten ein Refugium inmitten intensiv landwirtschaftlich genutzter Flächen. Zurecht ist der Moyländer Bruch deshalb seit 2010 Naturschutzgebiet. In den Erlenbruchwäldern gedeihen noch seltene Pflanzen wie die Sumpf-Calla, die Wasserfeder und verschiedene Seggen-Arten.  Kleine Feuchtwiesen und extensiv genutzte Weiden bieten gute Brutmöglichkeiten für gefährdete Vögel, und der Bachlauf und die aus alten Torfgruben entstandenen Teiche sind wieder für andere Arten attraktiv. Außerdem dient das lang gezogene Gebiet als Verbindung zu anderen Biotopen. Besonders die Laubwälder sind mit ihrem hohen Altholzbestand etwas Besonders. Als Teil des Großgrundbesitzes rund um Schloss Moyland wurden die Wälder hier nicht intensiv forstwirtschaftlich genutzt. Auch die Bevölkerung durfte hier kein Feuerholz schlagen, und so finden sich einige uralte Eichen und Buchen. Natürlich kann noch einiges verbessert werden: Fichten und Hybridpappeln etwa sollten nach und nach bodenständigem Laubwald weichen und entwässerte ehemalige Bruchwaldflächen wieder vernässt werden. Der begradigte Bachlauf könnte renaturiert, und alles Grünland ausschließlich extensiv genutzt werden. So könnte der ökologische Wert dieses Naturschutzgebietes noch weiter gesteigert werden.