Der „Promenadenweg“ in Büderich

Die Platanenallee in Büderich

Einfach nicht zu übersehen ist die Platanenallee, die nun schon seit fast 80 Jahren in Büderich steht und in diesem Ausmaß einzigartig für den Niederrhein ist.

Es sind sogenannte Ahornblättrige Platanen, die wir hier bewundern. Die Baumart entstand aus einer Kreuzung im 17. Jahrhundert und wurde seither als beliebter Park- und Straßenbaum angepflanzt. Der Baum kann gut durch jährlichen Schnitt in künstlicher Form gehalten werden, und so finden wir auch hier eine doppelte Reihe von Kopfbäumen vor.
Die als Denkmal geschützte Büdericher Allee verläuft über 750 Meter entlang des Gehweges der Weseler bzw. Venloer Straße (B 58). Wie mit dem Lineal gezogen steht  ein Baum neben dem anderen. Von den Büderichern wird die Allee als „Promenadenweg“ bezeichnet und gerne für einen Spaziergang genutzt. Die Bäume sind etwa drei Meter hoch, doch aufgrund der niedrigwüchsigen Äste kommt einen der Gang durch die Allee vor wie ein Ehrenspalier!
Die Entstehung dieser Allee soll wie folgt abgelaufen sein: nach dem Abriss von Alt-Büderich um 1813 wurde Neu-Büderich als Planung vom Reißbrett errichtet. Um es vor Rhein-Hochwassern zu schützen, wurde im Südosten zeitgleich auch ein etwa 1,5 Meter hoher Deich gebaut. Doch beim Rekord-Hochwasser von 1926 fand der Rhein einen anderen Weg und überschwemmte die Stadt aus nordwestlicher Richtung. Dieses Problem musste man mit einem neuen Deichbau bewältigen, und der nun nutzlose Deich wurde daraufhin um 1934 abgetragen. 1936 erreichte Büderich eine Lieferung von 200 Platanen, bestellt hatte die aber angeblich keiner. Nun musste man auf die Schnelle einen geeigneten Platz für die vielen Bäume finden und entschied sich, diese entlang des ehemaligen Deiches zu pflanzen.
Platanen zieren auch seit 1843 die Mitte des Büdericher Marktplatzes, die seit einigen Jahren von Saatkrähen als Horstbäume genutzt werden. Da die Vögel allerdings zur Brutzeit viel Lärm machen und der Vogelkot Beschwerden auslöste, wurden die über 150 Jahre alten Platanen deutlich gestutzt und die Saatkrähenkolonie so zu einer Umsiedlung bewegt.

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