Unterm Niederbruch

Eine der Kavernenanlagen bei Xanten im Niederbruch

Die Erdgeschichte hat zwar dazu geführt, dass der Niederrhein nicht für seine Gebirge bekannt ist, aber unterirdisch gibt es Schätze aus vergangenen Zeitaltern, die vom Menschen genutzt werden.

Tauchen wir also ab in die Tiefe, und lösen wir uns vor der Vorstellung, dass der Rhein das trennende Element unserer Landschaft ist - der Rhein fließt ja nur auf der Oberfläche einer Landschaft, die weitaus älter ist als der Fluss. Hier liegen Schichten aus Erdzeitaltern weit vor der Eiszeit. Neben den bekannten Steinkohlevorkommen, die z.B. links- wie rechtsrheinisch bei Kamp-Lintfort, Voerde oder Hünxe abgebaut wurden, spielt vor allem das Salz der Zechstein-Epoche, das im heißen Klima vor ca. 250 Millionen Jahren gebildet wurde, eine Rolle. Der heutige Raum Wesel / Xanten bildete das Zentrum einer großen Salzpfanne, in der durch fortwährende Verdunstung von Meerwasser Salz angereichert wurde. Durch das Absinken der Erdschichten gelangten die Salzvorräte dann mehrere hundert Meter weit in die Tiefe.

Bekannt ist der Abbau von Salzvorkommen heute vor allem noch durch das Salzbergwerk bei Rheinberg-Borth. Im Xantener Niederbruch wurden zudem die Möglichkeiten genutzt, die eine ausgebeutete Salzlagerstätte dem Menschen bietet. Durch die Ausspülung von Salzstöcken in 1000 Metern Tiefe wurden rechteckige Kammern angelegt, die nun als Speicherkavernen genutzt werden. Hier wird Erdgas zur Vorratshaltung eingelagert. Vor allem die Gasmengen, die in den Sommermonaten nicht verbraucht werden, können für die Zeiten mit höherem Verbrauch zwischengespeichert werden. Dabei sind die Speichermengen, die die Hohlräume bieten, enorm: jede einzelne Kaverne kann über 50 mal mehr Gas fassen als z.B. der Gasometer in Oberhausen, der ehemals der größte oberirdisch angelegte Gasspeicher Europas war.

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