Der Tannenbusch

Erdwall im Tannenbusch, Foto: J. Amshoff

Sind wir hier richtig? Vor uns liegt der Tannenbusch, ein geschlossenes Waldstück mit symmetrisch angelegten Wegen. Aber wo sind die Tannen?

Im Jahr 1620 ließ der Kurfürst Sigismund von Braunschweig, der zu dieser Zeit auch Herzog von Kleve war, den Tannenbusch anlegen. Er säte dort aber keine Tannen ein, sondern Fichten. Diese bezeichnete man zu der Zeit häufig als „Tannen“ oder „Dennen“. Der Name „Tannenbusch“ oder „Dennenbusch“ ist also kein Hinweis auf die Baumart sondern allenfalls darauf, dass hier einst Nadelgehölze angebaut wurden. Ein paar Jahrzehnte später wurde der Tannenbusch noch einmal erweitert zu der Größe, wie sie auch jetzt noch vor uns liegt. Heute ist der Tannenbusch hauptsächlich von Laubbäumen geprägt und lässt so auf den ersten Blick keine Rückschlüsse mehr auf seine Namensherkunft zu. Geblieben sind allerdings der auffällige Erdwall, der den Tannenbusch umgibt und die Reste der Erdwälle im Inneren des Waldes. Die Wälle wurden angelegt, um Flächen vor Weidevieh zu schützen, da der Wald zum Teil auch als Viehweide genutzt wurde. Der Tannenbusch ist damit nicht nur eine Oase für Erholungssuchende sondern trägt auch die Spuren der Niederrheinischen Geschichte.

in Karte anzeigen

Quellen: www.kuladig.de. KuLaDig - Kultur. Landschaft. Digital. Informationssystem über die Historische Kulturlandschaft und das landschaftliche Kulturelle Erbe. Objekt Tannenbusch. https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-45122-20120330-2 (Zugriff am 18.11.2016)