Ein Denkmal für die Sandbewohner

Der bronzene Sandhase von Hamminkeln-Mehrhoog

Die unscheinbare kleine Bronzeskulptur wirkt ein wenig an den Rand gedrängt. Ein Hase, scheinbar im Sprung, oder im schnellen Lauf über ein Feld hechtend.

Auf der Suche nach einer Erklärung dafür, warum man das Tier hier verewigt hat, wird man in der Geschichte des Ortes Mehrhoog fündig:

Auf einer kargen sandigen flachen Anhöhe liegend, lud die Örtlichkeit nicht gerade zur Gründung einer größeren Siedlung ein. Mancher Landwirt der vergangenen Jahrhunderte fristete hier ein hartes Dasein und versuchte, den Boden zu verbessern. Davon zeugen die sogenannten Plaggen-Esche, alte vom Menschen angereicherte Kulturböden, die heute noch beackert werden können.

Den eher genügsamen Bewohnern solcher Gegenden, die den kargen Bedinungen trotzten, wurde oft der Name „Sandhasen“ verliehen. Diese Identifizierung war früher oft verächtlich gemeint. Heute nimmt man darin auch einen liebenswerten Klang wahr, denn der Hase ist den meisten Menschen sympathisch.

Früher „wimmelte“ es in den sandigen Gebieten, in denen der Mensch im Mittelalter zunehmend viel offenes Land geschaffen hatte, von Hasen.

Der Feldhase trifft in der Landschaft von heute allerdings zunehmend auf Schwierigkeiten. Sein reicher Speiseplan an zarten Kräutern verarmt. In einer Feldflur der kilometerlangen Maisäcker, durchtrennt von Straßen und Schienen, hat er nicht mehr so gute Aussicht auf Fortpflanzungserfolg, wie früher in der Zeit der kleinen Ackerparzellen, in denen Wildblumen im Korn wuchsen.

Der Sandhase von Meerhoog hat übrigens ein paar Verwandte auf der linken Rheinseite. Wenn Sie mögen, besuchen und grüßen Sie sie - am Dorfplatz von Labbeck, wo eines unserer Hör-Erlebnisse auf Sie wartet.

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