Begradigte Bäche im Gebiet der Klever Grafen

Blick auf das Tal bei Labbeck, im Hintergrund fließt die Hohe Ley

Die Quellbäche aus den Hochflächen der Umgebung sickerten früher langsam durch diese Landschaft, die sumpfig und dadurch lange Zeit nur schwer passierbar war. Von den verzweigten Bächen war die „Gladebeeke“, oder vielleicht auch „Ladebeeke“ der bedeutendste, denn von ihrem Namen kann man Labbeck ableiten. Von ihrer Quelle am Haus Hasenacker floss sie bis zum Haus Balken bei Xanten-Marienbaum und mündete dort in einen Rheinarm.

Ende des 13. / Anfang des 14. Jahrhunderts begannen der Graf von Kleve und das kurkölnische Xanten, ihre unwirtlichen Grenzgebiete bewohnbar zu machen.

In dieser Zeit der Bruchkolonisation wurde die Gladebeeke auf Geheiß des Klevischen Grafen begradigt und erweitert, und schließlich kam sie zu ihrem heutigen Namen „Hohe Ley“. Schnurgerade Abzugsgräben, auch Weteringe, Fleuth, Ley oder Leitgräben genannt, sorgten für die Abtrocknung des Bodens.

Während der Bruchkolonisation entstand auch das Muster der heutigen Straßen: die heutige Marienbaumer Straße und die Hammerstraße waren damals Stichwege, die von einer alten Wegung, der heutigen Xantener Straße, ausgingen. Sie erschlossen die Siedlungen, auf denen die „Broekers“ ihr in Hufen aufgeteiltes Land bewirtschafteten.

Das Labbecker Leytal wurde weitestgehend durch den Menschen gestaltet, und die Leyen sind eigentlich Entwässerungsgräben. Ein Teil am östlichen Rand des Gebietes, wo die Tacke Ley fließt, ist Naturschutzgebiet, der überwiegende Teil des Labbecker Leytales ist jedoch heute noch durch die geraden Parzellengrenzen gekennzeichnet und wird zu einem Großteil von Ackerland eingenommen.

An dieser Parzellenform lässt sich heute noch das Klevische Kolonisationsgebiet erkennen: im ehemals Kurkölnischen Xanten, auf der anderen Seite der Tacke Ley, sind die Parzellen nicht so gerade „durchgeformt“. Dort gibt es noch eine an die Formen der Natur angelehnte Leyen-Landschaft.

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