Kendel Niederung

Blick in die Kendelaue, Foto: L. Biere

Wir befinden uns hier in der Niers-Niederung, die südlich und westlich von Goch verläuft. Der Niederungsverlauf bildet in weiten, mäanderartigen Schlingen eine frühere Rhein-Hochflutrinne nach. Die Spuren der einst hier vorbeiströmenden Wassermassen sind heute noch in Form von Terrassenkanten zu erkennen. Bei genauerer Betrachtung der Landschaft kann man aber noch weitaus mehr entdecken. Warum befindet sich zum Beispiel direkt hinter der Aue ein Hügel? Diese Landschaftsformen sind durch die letzte Eiszeit entstanden. Dazu können Sie mehr im Hörerlebnis „Kendel und Donken“ erfahren.

Durch die waldarme Niederung fließt ein Tieflandbach in seinem begradigten Bett dahin. Um welchen Bach es sich dabei wohl handelt? Es ist die Kendel, die durch die gut erhaltene Niederungsstruktur mit den weiten Mäanderbögen dahinströmt. Sie weist in vielen Abschnitten naturnahe Elemente wie Röhricht- und Großseggenufer, Schwimmblatt und Unterwasservegetation auf. Doch der Kendel ging es nicht immer so gut. Welche Verbesserungen die Renaturierung des Baches mit sich brachte, erzählen wir Ihnen im Hörerlebnis „Renaturierung der Kendel“. Heute ist das Landschaftsbild an der Kendel überwiegend durch die Landwirtschaft geprägt. An ihrem Ufer entlang wandert man durch Wiesen und Weiden, die durch Hecken oder Baumreihen begrenzt werden. Bei Gaesdonk und Hassum wird es etwas schattiger, denn dort stehen größere Mischwälder mit Buchen und Eichen und manchmal auch mit Pappeln, Fichten und Ahorn in der Bachaue. Die abwechslungsreiche und idyllische Landschaft ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. In Deutschland wird immer mehr Grünland umgebrochen und in Ackerland umgewandelt. Außerdem werden vielerorts Gehölze an den Feldrändern entfernt. Damit man beim Wandern an der Kendel auch in Zukunft noch ins Grüne blicken kann und dabei eine strukturreiche, schöne Landschaft vor Augen hat, in der man das ein oder andere entdecken kann, muss die Landschaft geschützt werden. Aus diesem Grund gehören der Schutz vor weiterem Grünland-Umbruch, die Extensivierung von Ackerflächen und Grünland sowie die Erhaltung und Förderung des Strukturreichtums zu den wichtigsten naturschutzfachlichen Erhaltungs- und Entwicklungszielen dieses Gebietes.

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