Die Hohe Mühle Uedem im Wandel der Zeit

Hohe Mühle in Uedem, Foto: J. Amshoff

Im Mittelalter galt Uedem als die „Kornkammer des Klever Landes“. Doch wo viel Korn ist, dort muss es auch gemahlen werden. Aus diesem Grund ließ der Erzbischof von Köln die „Hohe Mühle“ auf dem Höhenzug bei Uedem erbauen, die im Jahr 1319 das erste Mal Erwähnung fand. Sie gehörte danach jahrhundertelang dem Herzog von Kleve, wurde mehrmals umgebaut und nach einem verheerenden Brand im Jahr 1827 sogar wieder aufgebaut. Gemahlen wurde bis etwa 1930. Nach der Aufgabe des Mühlenbetriebes wurde die Hohe Mühle zum Baudenkmal erklärt, und im August 1933 im unteren Teil ein Kriegerehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges hergerichtet.

Unter den Kampfhandlungen des zweiten Weltkrieges hatte das Gebäude stark gelitten. Die Gedenkstätte wurde später für die Opfer des 2. Weltkrieges erweitert.

Nach umfangreicher Sanierung und Restaurierung zwischen 1988 und 1989 wird das heutige Baudenkmal „Hohe Mühle“ vom Heimat und Verkehrsverein Uedem e.V. ehrenamtlich betreut und vielschichtig genutzt. Als eine der ältesten steinernen Windmühlen am Niederrhein dient sie heute als Begegnungsstätte, Café, Aussichtsturm und Trauzimmer für standesamtliche Trauungen. Im Inneren des Turmes ist eine ständige Ausstellung über die Geschichte des Uedemer Schuster- und Holzschuhhandwerks untergebracht. Vom gläsernen Aussichtsturm aus reicht der Blick bis auf den Uedemer Hochwald. Außerdem kann man von der Hohen Mühle aus in die angrenzenden Gebiete Uedemerbruch und Uedemerfeld wandern oder radeln. Gehen Sie doch mal auf Entdeckungstour!

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