Vom kleinen Dorf zur blühenden Handelsmetropole und zurück - Griethausen

Malerisch am Altrhein gelegen befindet sich das ehemalige Fischerdorf Griethausen. Dicht an dicht drängen sich die kleinen Häuser mit ihren hübschen Fassaden aneinander, liebevoll dekoriert mit Blumenkästen und Obstgehölzen. Ohne Zweifel – hier ist der Charme des kleinen Fischerdorfs erhalten geblieben, auch wenn in den 1970er Jahren ein Neubaugebiet rundherum entstanden ist.

Das idyllische Äußere lässt nicht erahnen, welch bewegte Geschichte das Dorf zu erzählen hat. Bereits im 13. Jahrhundert wurden eine Siedlung und eine Zollerhebungsstelle auf Geheiß des Klever Adels am Rhein errichtet. Sie sollte dem Eintreiben des sogenannten Nimwegener Zolls dienen. Sogar das Stadtrecht erhielt die Siedlung im Jahr 1374, wegen ihrer großen Bedeutung für den Handel mit den Niederlanden. Aber der Rhein war zu dieser Zeit noch nicht in ein festes Flussbett gezwängt wie heute, sondern verlagerte seinen Lauf mit der Zeit. Und so kam, was kommen musste: Schon 50 Jahre später verlor Griethausen seine Anbindung an den Rhein und wurde so für den Handel unwichtig. Unter der französichen Besatzung wurden Griethausen dann auch die Stadtrechte aberkannt. Der heute vom Deich aus zu sehende Griethausener Althrein deutet den Verlauf des ehemaligen Rheinstroms an. Von hier aus sieht man auch die Reste der Griethausener Eisenbahnbrücke, die Griethausen Mitte des 19. Jahrhunderts noch einmal kurzzeitig wirtschaftliche Bedeutung verlieh.

Auch wenn die Zeit des großen Handels hier zur Vergangenheit gehört, ist Griethausen dennoch etwas Besonderes. Heute ist das Dorf vor allem wegen seines spätmittelalterlichen Ortskerns und seiner imposanten Kirche interessant, die dem heiligen Martin geweiht ist. Die Radwege, die von hier aus bis Kleve und in die Niederlande führen, laden zu ausgedehnten Radtouren ein, um das Dorf und die einzigartige Umgebung zu erkunden.

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