Heute ein romantischer Ort

Der Innenraum der Gommanschen Mühle in Sonsbeck mit Keramikausstellung und Trauzimmer

Windmühlen waren früher, ganz nüchtern betrachtet, Orte der Arbeit. Heute wecken sie eher romantische Gefühle und beleben das historische Ortsbild.

Die Gommansche Mühle hat - wie die meisten ihrer weit verstreut liegenden Schwestern - „den Job gewechselt“. Ihre Flügel sind nicht mehr bespannt und treiben kein Mahlwerk mehr an, aber ohne das Bild dieser vier hölzernen, luftig wirkenden „Arme“ würde den Sonsbeckern sicher etwas fehlen. Dabei waren die Flügel fast schon nicht mehr Stand der Technik, als die Mühle gebaut wurde.

Die nach ihren langjährigen Betreibern, der Familie Gomman, benannte Mühle wurde wahrscheinlich 1870 erbaut. Das ist für eine Windmühle eine recht späte Entstehungszeit, hielt in dieser Zeit doch die effektivere Dampfkraft in Industrie und Gewerbe Einzug.

In Sonsbeck wurden offensichtlich beide Antriebsarten, Dampf- und Windkraft, in der Mühle genutzt. Die Flügel wurden im letzten Betriebsjahr der Mühle, 1935, abgenommen. In den 1950er Jahren erwarb die Gemeinde Sonsbeck die Mühle von den Nachfahren der Familie Gomman und ließ sie in den 1980er Jahren instandsetzen.

Leider blieb den Sonsbeckern weiterer Ärger mit den Flügeln nicht erspart: im Jahre 1995 mussten sie nach einem Sturmschaden abgenommen werden. Ende November 1997 konnte die Mühle dann aber nach einer weiteren Restaurierung dem Verein für Denkmalpflege Sonsbeck e.V. übergeben werden. Der Verein öffnet die Mühle zum Beispiel zum „Deutschen Mühlentag“ jährlich oder auf Anfrage, denn sie beherbergt eine Keramikausstellung, in der Stücke niederrheinischer und vor allem Sonsbecker Töpferei,  gezeigt werden. Auch Fotos und Dokumente der Geschichte Sonsbecks sind zu sehen.

Die oben schon erwähnten romantischen Gefühle weckt besonders der Eingangsraum der Mühle, der mit Stühlen ausgestattet ist. Hier darf man sich vor der historischen Kulisse als Paar das Ja-Wort geben.

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