Hier durchquerte man früher schon das Sumpfland

Äcker in der Niederung an der Xantener Straße mit Blick auf die Hees

Es ist ein sehr ungemütliches Plätzchen, das Sie sich hier zum Lesen ausgesucht haben. Der Verkehr rauscht vorbei. Auch sonntags werden Sie hier nur selten eine ruhige Minute finden, denn Sie befinden sich an einer stark und leider auch sehr schnell befahrenen Landstraße: der Direktverbindung zwischen Xanten und Sonsbeck.

Diese Wegeverbindung ist so alt, dass vermutlich schon die alten Römer sie nutzten. Denn von Hügel zu Hügel ist es hier nicht weit, und das dazwischen liegende Sumpfland ließ sich hier auch vor vielen Jahrhunderten schon gut durchqueren. Die Entfernung von Hügelfuß zu Hügelfuß beträgt nur ca. 1,8 Kilometer.

Die Ebene, die Sie heute sehen, war früher ein Arm des Rheins. Weiter flussab- und flussaufwärts weitet sich diese Ebene wieder, hier aber durchfloss der Arm eine Engstelle zwischen den beiden eiszeitlichen Moränenresten der Sonsbecker Schweiz und der Hees.

Aus den heutigen Namen „Furth“, „Römerhof“ und „Grenzdyck“ kann man eine Menge ableiten. Es gibt Hinweise, dass es hier, wo die alten Herrschaftsgebiete des Klever Herzogtums und der Kurkölnischen Stadt Xanten aneinandergrenzten, eine Zollstation gegeben hat, die schon im 14. Jahrhundert aus einem Steinhaus bestand.

Die Gewässer, die das Gebiet heute durchziehen: die Hohe Ley, die Tacke Ley - der unscheinbare Graben, der unter der Straße durchfließt - und ein paar Reste einer Landwehr am "Grenzdyck" markieren ein Grenzgebiet, das früher aufmerksamer überwacht wurde. Jede Passage eines Händlers, Bürgers oder Bauern konnte Gewinn abwerfen, wenn man Wegezoll erhob.

Bis in die jüngere Geschichte hinein hat sich an der Kreuzung der Xantener mit der Hammerstraße - in Nähe des Seitenweges „an der Furth“ zu Sonsbeck - ein Gasthof gehalten. In solch einer Lage sind auch moderne Gasthöfe meist auf jahrhundertealte Wurzeln zurückzuführen, machte man doch gern hier vor oder nach Übertreten der Grenze Rast. Ob lieber vor oder nach der Erleichterung des Geldbeutels durch die Zollbeamten, bleibe der eigenen Phantasie überlassen.

Heute überschreiten Sie die Grenze zwischen Sonsbeck und Xanten einfach so, ohne Grenzabfertigung. Trotzdem können Sie sich gern ein wenig mehr Zeit lassen, und daran denken, dass man hier früher nicht wegen der lauten PKW, sondern vielleicht wegen der Zollabgaben, oder der Angst vor einem Versinken des Fuhrwerkes im Schlamm ein paar Nerven gelassen hat.

in Karte anzeigen