Ehemaliges Fort Blücher / Fort Napoleon

Rest der ehemaligen Defensionskaserne von Fort Blücher

Vor mehr als 200 Jahren, als es die Rheinbrücke noch nicht gab, hätte man sich hier nicht frei bewegen können. Ein riesiges Fort, mit vorgelagerten sternförmigen Verteidigungsflächen und Mauern, gut bewacht von Soldaten, war hier.

Nachdem die Franzosen im Jahr 1806 Wesel erobert hatten, befahl Napoleon den Bau einer Festung auf der linken Rheinseite. So entstand das Fort Napoleon, das im Jahr seiner Fertigstellung 1813 Besuch von seinem Namensgeber erhielt.

Bei dieser Gelegenheit soll Napoleon auch die vernichtenden Worte über das alte Dorf Büderich gesprochen haben - aber das ist eine andere Geschichte, zu der Sie im Hör-Erlebnis „Neu-Büderich“ mehr erfahren können.

Schon 1814 aber übernahmen die Preußen Wesel und damit auch das Fort, das seitdem Fort Blücher genannt wird. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde es von den Preußen genutzt.

Nach dem II. Weltkrieg boten die noch vorhandenen Gebäude der Weseler Bevölkerung eine Notunterkunft. In den 1960er Jahren wurden sogar noch Champignons in den dunklen Gebäuden von Fort Blücher gezüchtet. Doch seit den 1950er Jahren wurde der größte Teil der Gebäude abgerissen. Auch die alte Bundesstraße B 58 wurde mitten durch das Festungsgelände gelegt. Bis heute blieb nur der Rest einer Verteidigungskaserne erhalten, die immer noch als „Fort Blücher“ bezeichnet wird.

Seit 1997 kontrolliert die Biologische Station im Kreis Wesel die kleinen, eher unscheinbaren Bewohner im Fort Blücher: Fledermäuse haben hier ein Zuhause gefunden. Für diese Tiere möchte man gern mehr tun, und so wurden die Gebäude und die Einflugmöglichkeiten fledermaustauglich hergerichtet. Im Jahr 1999 wurde das Fort zudem von der Bezirksregierung Düsseldorf unter Denkmalschutz gestellt. Leider hilft das alles nicht viel, denn Vandalismus ist heute immer noch an der Tagesordnung. Die leisen und wenig aufdringlichen Gäste werden also auch von diesem Ort vertrieben, wo sie doch eigentlich niemanden stören würden.

Bleibt zu fragen: hat eine friedliche Nutzung des Fort Blücher ohne weitere „Angriffe“ wohl irgendwann doch noch eine Chance?

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