Veen – dem nassen Boden abgerungenes Land

Ackerland an der Neerender Straße in Alpen-Veen

Veen ist ein beschaulicher, zur Gemeinde Alpen gehörender und ländlich geprägter Ort – typisch für den unteren Niederrhein.

Und typisch sind auch die Höfe, die entlang der Siedlungszeile der Neerender Straße liegen: Fingerhutshof, Ackermannshof, Fleischhof, Fleischkath, Kunnen- oder Coenemannshof, Kril- oder Krülshof, Oimannshof, Billemannshof.

Einige dieser Höfe stehen unter Denkmalschutz und stammen aus der zweiten Hälfte des 19. und den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Die Hofstellen selber sind erheblich älter. Entstanden sind sie durch die Kolonisation des früher siedlungs­feindlichen Bruchs im späten Mittelalter.

Der Ortsname „Veen“ ist eine im Rheinland allgemein gängige Bezeichnung nass-sumpfiger Bereiche. Was heute landwirtschaftliche Nutzfläche ist, ist unter anderem von holländischen Kolonisten dem Sumpf abgerungen und urbar gemacht worden.

Hinter den Höfen der Neerender Straße, die Sie gerade befahren, ist die landwirt­schaftliche Fläche vor allem nach Westen hin in viele schmale, rechteckige Parzellen geteilt. Ein Weg namens „Holländer Straße“ gibt uns dort einen Hinweis auf die Kolonisten. Sie kamen aus der Grafschaft Holland, der die beiden heutigen nieder­ländischen Provinzen Nordholland und Südholland entsprechen.

Übrigens: Am unteren Niederrhein gibt es einige Holländersiedlungen – sie haben die gleiche Entstehungsgeschichte. Auch die nahen Klöster Fürstenberg und Hagen­busch bei Xanten waren an der Urbarmachung beteiligt, wie der Flurname „Klosterpasch“ beweist.

Und noch ein in der Nähe zu findender Flurname geht auf die Landnutzung ein: „Driesch“. Hierunter versteht man ein zeitweise beackertes, aber für mehrere Jahre brachliegendes, ausgelaugtes Ackerland mit einer spärlichen Grasnarbe.

Bis zur Eingemeindung in die Gemeinde Alpen hatte das bis 1969 selbständige Veen Spaten und Pflug in seinem Wappen – ein echtes Charakterwappen also, das die Verwurzelung der Veener mit der harten Feldarbeit zum Ausdruck brachte.

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