Vielflieger, die Meilen sammeln

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Auch das 19. Jahrhundert hatte seine Lady Di. Genau wie die englische Prinzessin war Königin Louise von Preußen schön, freundlich und außerordentlich beliebt. Genau wie Lady Di hatte sie schwere Zeiten durchzustehen – nicht wegen Männeruntreue, sondern weil Napoleon den Staat Preußen zur Bedeutungslosigkeit zusammengestrichen hatte. Und genau wie Lady Di starb auch Louise jung – fast im selben Alter! Es ist also nicht verwunderlich, dass sie in den preußischen Landen fast wie eine Heilige verehrt wurde. Da diese Gegend im 19. Jahrhundert zu Preußen gehörte, wählte man Louise zur Namenspatronin, als man eine neue Ortschaft aus dem Boden stampfen musste. Die Einwohnerzahl des benachbarten Pfalzdorf war zu groß geworden und man brauchte neuen Siedlungsraum. Einfach anderswo hinziehen mochte man nicht, denn die Bewohner von Pfalzdorf kamen - Überraschung! - aus der Pfalz und waren Protestanten. Ihre Nachbarn in den niederrheinischen Dörfern waren aber Katholiken. Deshalb mußte ein neues Dorf her! Noch heute erkennt man die Reißbrettanlage des Ortes. Ein rechtwinkliges Straßenraster mit der Kirche als Mittelpunkt war um 1820 ziemlich modern, allerdings wurden die großzügig geplanten öffentlichen Bauten nie verwirklicht. Auf dem vergleichsweise riesigen Dorfplatz, der diagonal zu den Wohnhäusern ausgerichtet wurde, hätten sie entstehen sollen. Die einzige Ausnahme ist die Elisabethkirche, die aber erst etwa 40 Jahre nach der Dorfgründung gebaut wurde. Noch heute erinnern die Bäume an die Namenspatronin des Ortes. Zählen Sie doch einmal die Linden des äußeren Kranzes um die Kirche, dann wissen Sie, wie alt Louise geworden ist!

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Louisendorf

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Steinkäuze in Kopfbäumen

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Das Misstrauen saß im Mittelalter tief. Ganz allgemein gesprochen. War man nicht dabei gewesen, musste man auch nichts glauben. Außer Religion. Deshalb wurde Gericht auch unter freiem Himmel gehalten. So konnte jeder dabeistehen und zuschauen. Damit wurde sichergestellt, dass nicht geschummelt werden konnte. Nun sollte eine Gerichtsverhandlung ein bisschen was hermachen. Der Richter hatte würdig und schweigend mit überkreuzten Beinen dazusitzen. Die Schöffen, die Urteiler, waren die oberen Zehntausend ihrer Orte. Trotzdem waren Gerichtsverhandlungen im Winter wohl eher kurz. Der passende Rahmen wurde oft von einer Linde geliefert. Linden galten als mächtige Bäume. Sie konnten Unheil und Blitze abwehren und förderten die Wahrheitsfindung.
Die Gerichtslinde hier in Bedburg-Hau kann tatsächlich der Baum sein, der laut einer Notiz des Jahres 1378 hier anlässlich des neu installierten Gerichts gepflanzt worden ist. Mit über 600 Jahren wäre sie eines der älteren Exemplare, was nicht unmöglich ist. Ihre Langlebigkeit und Zähigkeit hat in früheren Zeiten zum guten Ruf von Linden beigetragen. Allerdings wurden die Linden in vermögenderen Gerichtsorten allmählich durch feste Bauwerke ersetzt. Da man aber öffentlich tagen musste, fehlten die Wände. Es entstanden die Lauben, die ihren Namen tatsächlich vom Laub haben, in dessen Schutz das Gericht ursprünglich getagt hatte. Irgendwann erachtete man diese sehr öffentliche Öffentlichkeit für nicht mehr notwendig und die Verhandlungen zogen in geschlossene Häuser um.
Die Linde hier ist also nicht nur ein beeindruckendes Naturdenkmal sondern gleichzeitig auch ein wichtiger Zeuge für die Entwicklung unserer modernen Rechtsvorstellungen!

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