Es war einmal ein Riesenfräulein, das lebte auf wahrhaft großem Fuß mit seiner Sippe in der Riesenburg zu Wallach. Eines Tages drohten bei einem Fest die Vorräte auszugehen, und so machte sich das Riesenfräulein auf zum Drüpter Meer, um Fische zu holen. Der Bauer dort war jedoch sehr geizig und behauptete: „Es gibt keine Fische im Drüpter Meer“. „Dann brauchst du auch kein Meer“, entgegnete das Riesenfräulein erzürnt und drohte damit, das Meer mit Sand zu zuschütten. Der verängstigte Bauer suchte daraufhin mehrfach Rat bei einer alten Bönninghardter Hexe, die ihm für teures Geld einen Bannspruch verkaufte. Der vereitelte tatsächlich das Vorhaben der Riesin, denn er ließ das Band ihrer Schürze reißen. Der Sand, den sie darin trug, fiel unterwegs zu Boden und bildete einen Hügel. Dieser sogenannte Kaninchenberg wurde später für den Bau einer Scheune abgetragen. Die Sage vom Drüpter Meer lebt aber bis heute fort. Und auch das Drüpter Meer gibt es noch, auch wenn sein Name etwas verwirrend ist, denn der kleine Tümpel sieht so gar nicht aus wie ein Meer. Man muss dazu wissen, dass im Niederdeutschen die Begriffe „Meer“ und „See“ vertauscht sind. „Meere“ gibt es hier deshalb so einige. Sie sind in der Regel vom heutigen Rhein abgeschnittene Altarme und stammen aus einer Zeit, als der Rhein noch nicht in sein heutiges Flussbett gezwungen wurde, sondern nach Lust und Laune seinen Lauf ändern konnte. Ein ergiebiger Fischgrund ist das Drüpter Meer natürlich heute nicht, dafür aber Teil einer ökologisch wertvollen Auenlandschaft. 

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Drüpter Meer

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Oh ja, sie befinden sich nämlich gerade in einer Erdbebenregion. Naja, zugegeben, das hier ist nicht Japan, aber dennoch, die niederrheinische Bucht zählt zu den deutschen Erdbebengebieten, und die Erde bebt hier mehrmals im Monat – in der Regel allerdings so leicht, dass man es nicht merkt. Aber dennoch: die Erdbeben führen bis heute zu einer stetigen Absenkung des Bodens, und ab und an merkt man sie eben schon. Vielleicht kommen Sie aus der Region und erinnern sich noch an das große Beben von Roermond 1992. Damals hat es hier in der Gegend ganz schön gewackelt – noch in London und Paris waren leichte Erschütterungen zu spüren und in Deutschland und den Niederlanden gab es über 30 Verletzte und stattliche 150 Millionen Euro Sachschaden. Das war aber noch gar nichts gegen das große Erdbeben von Düren im Jahr 1756. Das Beben damals war der Höhepunkt einer Kette von größeren Erdbeben, die über zwei Monate die Region erschütterten. Damals bebte die Erde so stark, dass Menschen sich nicht auf den Füßen halten konnten. Es gab mindestens drei Tote und zahllose Häuserschäden. Und auch Alpen blieb nicht unbeschadet. Die evangelische Pfarrkirche – übrigens die älteste reformierte Pfarrkirche Deutschlands – bekam einen gewaltigen Riss, der die Erinnerung an das furchteinflößende Beben noch lange wach hielt. 

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Erdbeben in Alpen

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Wie zum Teufel kommt ein großer, schwerer Stein an einen Ort, von dem er offensichtlich nicht stammt? Diese Frage hat Menschen Jahrhunderte lang beschäftigt und zu wilden Spekulationen veranlasst. Womöglich hatte es irgendwann einmal riesenhafte Wesen mit unfassbaren Kräften gegeben, die die Steine dorthin geworfen hatten? Ab der Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde diese These endgültig verworfen, aber der wahre Verursacher der mysteriösen Steinewanderung wurde nur sehr zögerlich akzeptiert. Zu ungeheuerlich war die Vorstellung, dass halb Europa einmal von hunderte Meter hohen Gletschern bedeckt war, die die Steine mit sich geschleppt hatten. Aber genauso war es,  und die These von den Riesen war so gesehen eigentlich gar nicht so falsch. Die Gletscher, die  in der Saale-Kaltzeit vor ca. 250.000 Jahren von Skandinavien aus genau bis hier an den Niederrhein vorrückten, hatten so gewaltige Kräfte, dass sie den sandigen und kiesigen Untergrund, den sie mitnahmen, zu mächtigen Wällen, den sogenannten Moränen zusammen schoben. Das Ergebnis sind die sanften Hügel der Niederrheinischen Höhen, die heute die Landschaft prägen. Der Transport dicker Steinbrocken aus Granit oder Gneis über tausende Kilometer aus Nordeuropa war daher für diese Riesen ein Klacks. Wer aufmerksam hinschaut, wird deshalb hier in der niederrheinischen Landschaft immer wieder Findlingen begegnen, sei es als Grenzmarkierung, Gedenk- oder Grabstein.

Der GeoWanderweg beschreibt mit sechs Stationen anschaulich die Erdgeschichte der niederrheinischen Moränenlandschaft. Seit 2012 schließt sich daran vom Dassendaler Weg bis zur Landdrostsche Huf der Findlingsweg an. So ruhig die Steine auch daliegen, sie haben eine Menge zu erzählen. Manche von ihnen tragen noch fossile Spuren von Seeigeln, Muscheln oder subtropischen Pflanzen in sich. Manche sind mit etwa 5 Millionen Jahren noch ziemliche Jungspunde, andere haben als Tiefengestein schon eine - unvorstellbare -  Milliarde Jahre auf dem Buckel. Und nicht alle wurden mit den Gletschern aus Skandinavien hierher verfrachtet. Mancher Stein reiste auch als sogenannter Driftblock auf einer Eisscholle aus dem Süden an.

Lassen Sie sich ein auf die Erzählungen der Findlinge. Sie waren einst der Schlüssel zum Verständnis der Eiszeit und erleichtern uns auch heute die Vorstellung der fremdartigen Eiszeitlandschaft hier am Niederrhein.

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Findlinge

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Wie markierte man als Herrscher in früheren Zeiten am besten die Grenze seines Fürstentums? Eine die deutlich sichtbar war, möglichst dauerhaft und ökonomisch. Stacheldraht gab es noch nicht, Steine für dicke Mauern waren teuer und mussten zumindest hier am Niederrhein aufwändig von weiter her beschafft werden. Holz gab es zwar, aber das wurde ja schon für Häuser und als Brennmaterial benötigt. Ideal waren natürlich vorhandene Hindernisse wie Bergketten oder Flüsse. So diente der Rhein schon zur Römerzeit als natürliche Grenze. Nur floss der ja nicht überall und änderte außerdem noch von Zeit zu Zeit seinen Lauf. Es blieb deshalb nur eine Möglichkeit. Man hob Gräben aus, und die ausgehobene Erde schichtete man zu Wällen auf. Die Wälle bepflanzte man noch mit undurchdringlichen Gehölzen, und so hatte man ein wirklich schwer zu passierendes Hindernis. Stellen Sie sich den Arbeitsaufwand in dieser Zeit vor, in der man nur einfache Holzschaufeln zur Hand hatte. Aber es lohnte sich doppelt: Man markierte nicht nur seine Grenze, auch die Gräben liefen in unserer feuchten Gegend schnell voll. So wurde ihre Überquerung schwieriger und die Grenze sicherer! Gleichzeitig sorgte die Grenzanlage für eine schnellere Entwässerung, was wieder der Landwirtschaft zu Gute kam. Mehr Landwirtschaft bedeutete im Mittelalter mehr Geld und mehr Geld erforderte auch bessere Grenzen. Alles hängt hier also irgendwie zusammen. Das macht die Landwehren zu einer vielschichtigen Erscheinung: Sie sind nicht nur die älteste Grenzziehung in Nordrhein-Westfalen, sondern als ausgewiesene Bodendenkmale auch Zeugen früherer Zeit. Daneben sorgen sie immer noch für die Wasserregulierung - jedenfalls dort, wo die Gräben noch erhalten und gepflegt werden. Häufig stehen heute nur noch die Wälle mit den darauf wachsenden Gehölzen. Die haben aber auch noch ihren Nutzen, als Sichtachsen, Windfang und zum Teil als ökologisch wertvoller Lebensraum. Und manch eine Landwehr eignet sich auch einfach hervorragend als Wanderweg. In dem Fall beschert sie den Wanderern sicheren Halt, trockenen Boden unter den Füßen und eine gute Aussicht.

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Die Landwehren

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Ende des 19. Jahrhunderts suchten hier in Borth Menschen nach Gold. Nein, nicht nach echtem Gold, sondern nach Kohle, dem „schwarzen Gold“. Sie führten Probebohrungen durch und wurden fündig. Allerdings ganz anders als erwartet. Denn sie stießen nicht auf schwarzes, sondern auf „weißes Gold“ - auf Salz. In 500 bis fast 1000 Metern Tiefe liegt hier nämlich die sogenannte „niederrheinische Salzpfanne“, eine 200 m dicke und rund 50 Kilometer lange Steinsalzschicht. Und dieses Salz baut man bis heute hier in einem der größten Bergwerke seiner Art in Europa ab. Der Anfang war äußerst mühsam.  Wassereinbrüche, Blitzeinschläge und Explosionen kosteten zum Teil Menschenleben und verzögerten den Salzabbau über zwei Jahrzehnte, bevor es 1924 endlich richtig los ging. Die Arbeit ist gar nicht so anders als in einem Kohlebergwerk: Förderschächte, riesige Maschinen unter Tage, kontrollierte Sprengungen und jede Menge Lärm und Staub. Statt Stollen entstehen hier übrigens 20 Meter hohe Kammern, die später auch zur Lagerung von Erdgas weiterverwendet werden.

Bis zu 12.000 Tonnen feinstes Steinsalz werden hier täglich gewonnen und für die unterschiedlichsten Zwecke verarbeitet. Ob Speisesalz oder Streusalz, Salz für die Industrie oder für medizinische Zwecke – Salz ist einer unserer wichtigsten Rohstoffe. Die Menschen die hier arbeiten, wohnen teilweise noch heute in den unter Denkmalschutz stehenden Häusern der Werkssiedlung aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts, ganz ähnlich wie ihre Kollegen im Ruhrgebiet.

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Salzbergbau

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Wenn Sie das Wort „Düne“ hören, denken Sie sicher an den Meeresstrand, oder sogar an die Wüste. Aber Dünen bei Mehrhoog? Soll das ein Witz sein? Nun, den Geologen unter uns ist bei Mehrhoog und Diersfordt ein ganzer Dünenzug bekannt. Zugegeben, die Dünen sehen nicht mehr ganz so frisch aus wie ihre Verwandten an der Nordsee oder in der Sahara. Denn sie verstecken sich unter dichtem Kiefernwald, oder, wie Naturschützer es heute gerne sehen, mittlerweile wieder unter Eichen. Der steile Anstieg hinter der Straßenseite mit dem Wald ist der Rand der Dünenlandschaft. Und die ist für Geologen trotz des alten Aussehens eine junge Landschaft. Sie entstand so etwa vor 12.000 Jahren, nach der letzten Eiszeit. Ein breites und verzweigtes Flusssystem, aus dem mit der Zeit der Rhein und seine Nebenflüsse erkennbar wurden, hatte in den liegengebliebenen Massen von Lehm, Sand und Geröll eine breite Ebene geschaffen - die sogenannte Niederterrasse. Die liegt zu Ihren Füßen, und ist heute noch durchzogen von alten Flussschlingen oder deren Resten. Während der Kaltzeit wehten die ungebremsten Winde aus dieser Terrasse viel feinen Sand hoch, der sich dann am Rand ablagerte.

Ab 2 m Höhe spricht man bei diesen Ablagerungen von Dünen. Die höchste Erhebung hier beträgt immerhin ca. 6 m. Solche Flugsandgebiete wie dieses bei Mehrhoog konnten über lange Zeit weder landwirtschaftlich intensiv genutzt noch bebaut werden. Das Grundwasser liegt tief, der sandige Baugrund ist nicht besonders tragfähig. Heute stehen die verbliebenen Reste der Dünenlandschaft zum Teil unter Naturschutz, so zum Beispiel  das  Naturschutzgebiet Risswald. Straßennamen wie Sandstraße, Aueweg und Grabenstraße verweisen noch auf die örtlichen Bodenverhältnisse zwischen Düne und Niederung. Die Straßenbezeichnung Leege Heide bedeutet, dass früher ein größerer Teil des Sandgebietes Heide war, die tiefer lag als der Risswald. Die kleinen Höhenunterschiede waren für die Menschen früher etwas Wesentliches, also lachen Sie bitte nicht über unsere niederrheinischen Dünen.

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Eiszeitliche Dünen

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Der Ziegenmelker und der Blutbär haben es nicht leicht. Nicht wegen ihrer exotischen Namen, sondern weil diesen Tieren die Lebensräume ausgehen. Der kleine Vogel und der schwarzrote Nachfalter benötigen offene, sonnig-trockene Heidelandschaften, und die sind selten geworden. In den Maasdünen auf der niederländischen Seite der Grenze gibt es sie noch. Der Nationalpark bietet mit seinen trockenen Rasenflächen, offenen Sandböden und kleineren und größeren Gewässern eine ganz besondere Landschaft, die vielen zum Teil stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen dringend benötigten Rückzugsraum sichert. Die Dünen sind ein Erbe der Eiszeit. Die Maas hatte im Laufe der Jahrtausende Unmengen von Sand dorthin transportiert, den starke Winde dann zu den Dünen auftürmten. Auch hier auf deutscher Seite haben die urzeitlichen Flusssysteme von Rhein und Maas eine Menge Sand und Kies abgelagert. Die hiesige Landschaft ist deshalb von Abgrabungen der begehrten Baustoffe geprägt. In weiten Teilen sind die Abgrabungstätigkeiten bereits beendet, doch hier in der Nähe wird an einigen Stellen noch gebaggert. Danach sollen alle Flächen renaturiert und einer naturnahen Entwicklung überlassen werden. Um die Flächen offen zu halten ist aber eine Beweidung mit genügsamen Rindern notwendig. Damit schaffen wir hier ganz ähnliche Lebensräume wie in den Maasdünen. Der sandig kiesige Boden bietet die gleichen trockenen Bedingungen, und kleine, künstliche Gewässer machen auch hier die Landschaft noch vielfältiger. Neben seltenen Pflanzenarten finden wir vor allem eine Vielzahl zum Teil bedrohter Tierarten. Hier kann der Ziegenmelker wieder leben, und mit ihm andere seltene Vögel wie Krickenten, Blaukehlchen oder Zwergtaucher. Die gefährdete Kreuzkröte und der Kleine Wasserfrosch finden hier ein Zuhause, genau wie seltene Libellen, Heuschrecken und Falter, wie eben auch unser Blutbär. Hier finden sie genügend blühende Pflanzen und tragen ihrerseits zum lebendigen Ökosystem bei. Das gibt ein Stück Hoffnung, denn es zeigt, dass wir Menschen die Natur nicht nur zerstören, sondern auch wertvoll gestalten können.

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Sekundärlebensraum

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Flüsse prägen das Leben der Menschen, und die prägen wieder die Flüsse und deren Umgebung und haben ihnen oft ganz schön zugesetzt. Die Niers, die in Erkelenz entspringt und nach 113 km bei Gennep in die Maas mündet, gehörte schon immer zu den am stärksten genutzten Flüssen der Region. Zahlreiche Burgen und Schlösser entlang des Flusses erzählen davon, dass er mit seinen ursprünglich sumpfigen Uferbereichen lange eine natürliche Territorialgrenze bildete. Schloss Wissen hier ganz in der Nähe ist nur ein Beispiel dafür. Inzwischen ist schon eine Menge Wasser die Niers hinunter geflossen. Und nicht immer sah das so klar und gesund aus. Um 1900 hätten Sie hier auf eine stinkende, schlammige Brühe geblickt, denn alle Abwässer wurden ungefiltert in den Fluss geleitet. Vor allem die Gerb- und Farbstoffe der Mönchengladbacher Textilindustrie brachten ihm damals den spöttischen Beinahmen „Rio tinto“ - gefärbter Fluss ein und sorgten dafür, dass in der Niers – abgesehen von Seuchen erregenden Bakterien  - so gut wie nichts mehr leben konnte. Wenn wir heute von der Brücke blicken, zeigt sich zum Glück ein ganz anderes Bild. Sehen sie die vielen Wasserpflanzen? Sie verweisen auf eine gute Wasserqualität. Und mit der Unterwasservegetation ist noch mehr Leben in die Niers zurück gekehrt. Viele Kleintiere wie Krebse, Schnecken, Muscheln oder Strudelwürmer und rund 30, zum Teil gefährdete Fischarten haben hier wieder ihr Quartier bezogen. Einige von ihnen, wie die Koppe, sind ganz schön wählerisch, was die Wasserqualität angeht. Dass sie heute wieder in der Niers leben kann, verdanken wir vor allem den 24 Klärwerken, die mit inzwischen weit fortgeschrittener Technik das Abwasser der Region aufbereiten und wieder der Niers zuführen. Auch vermehrte Renaturierungsmaßnahmen am Oberlauf der Niers haben zu einem Anstieg der Artenvielfalt beigetragen. Und der  „Rio tinto“ ist zum Glück Geschichte.

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Die Niers

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Kies und Sand gelten als Gold des Niederrheins, ein Geschenk der Gletscher, die die begehrten Rohstoffe in der Eiszeit hierher schoben, und des Rheins und der Maas, die ebenfalls über viele tausende Jahre hier eine Menge davon abgelagert haben. Der Abbau der wichtigen Baustoffe ist bis heute unverzichtbar, hinterlässt allerdings zunächst deutliche Spuren. Doch das bleibt nicht so. Abbaugenehmigungen sind daran gekoppelt, dass die Abbauflächen nach der Nutzung für Mensch und Natur aufgewertet werden – quasi ein Upcycling im ganz großen Stil.  Aus den alten Kies- und Sandgruben, die meist auf ökologisch wenig wertvollem Land entstanden, können wie hier durch Renaturierung ökologisch wirklich wertvolle Lebensräume entstehen. Und zwar am besten solche, die sonst inzwischen Mangelware sind. Die bieten dann nicht nur seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause, sondern auch uns Menschen eine Landschaft mit hohem Erholungswert. Aus den verschiedenen Abbauflächen hat man hier ein großflächiges Biotopverbundsystem geschaffen, das mit seinem hohen Anteil an offenen Mager- und Sandrasen vor allem die Tier- und Pflanzenarten anzieht, die es trocken und sonnig mögen. Das Dumme ist, dass solche offenen Flächen im mitteleuropäischen Klima leider nicht lange so bleiben. Sie verbuschen rasch und bewalden sich letztendlich. Man muss also immer eingreifen und Arbeit und Kosten hineinstecken, um die Flächen frei zu halten. Oder? Zum Glück haben sich Landschaftspfleger gefunden, die diese Arbeit ehrenamtlich und äußerst zuverlässig leisten: Schottische Hochlandrinder nämlich. Nicht zu viele natürlich, es soll ja keine intensive, sondern eine extensive Beweidung sein, aber eben genügend, um den Bewuchs niedrig zu halten. Diese Aufgabe haben Rinder traditionell auf solchen mageren Böden jahrhundertelang übernommen. Heute besinnen wir uns wieder darauf und profitieren von den fleißigen Landschaftspflegern, die auch Landschaftswächter sind: denn mit einem Stier auf der Weide erscheint die Idee, hier verbotenerweise wild zu zelten, Feuer zu machen oder Cross zu fahren, wohl wenig verlockend.

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Die Renaturierung alter Kies- und Sandgruben

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