Anpassungskünstler auf Erfolgskurs

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Der Biber ist das größte Nagetier der Nordhalbkugel, wo er auf allen Kontinenten vorkommt. Einschließlich seines platten Schwanzes kann er deutlich über einen Meter lang werden. Leider ist man aber um so gefährdeter, je mehr man uns Menschen zu bieten hat. Und hier hatte der Biber Pech. Sein dichter Pelz hält ihn im Wasser trocken und warm. Das schätzen wir ebenfalls und nehmen keine Rücksicht darauf, ob der Biber sein Fell hergeben will oder nicht. Das Bibergeil, ein Drüsensekret, mit dem er seinen Pelz pflegt, verwenden wir in verschiedenen bekannten Parfüms. Im Mittelalter wurde er sogar als Fastenspeise geschätzt. Zwar durfte man in der Fastenzeit kein rotes Fleisch essen, aber da der Biber im Wasser lebt und einen schuppigen Schwanz hat, sah man ihn kurzerhand als Fisch an. Darüber hinaus hielt sich hartnäckig das Gerücht, die Anwesenheit von Bibern dezimiere die Fischbestände. Dabei ist der possierliche Geselle ein reiner Pflanzenfresser.

Das alles führte dazu, dass er in Mitteleuropa nahezu ausgerottet wurde. Da half ihm auch nicht, dass er ein meisterhafter Ingenieur ist. Den berühmten Biberdamm baut er allerdings nur, wenn er keinen geeigneten Wohnraum findet. Der Eingang seiner Biberburg muss nämlich immer unter Wasser liegen. Erst wenn der Wasserstand zu stark schwankt und der Eingang trockenfallen könnte, reguliert der Biber die Situation mit einem Damm. Er ist somit eines der wenigen Tiere, das sich passende Lebensräume selbst schaffen kann. Dadurch, dass er in Europa inzwischen unter Naturschutz steht, fasst er in Gegenden wieder Fuß, aus denen er jahrhundertelang verschwunden war. Durch Biberaugen gesehen, ist diese Landschaft sehr vielversprechend – Auwälder bieten Nahrung und Baumaterial, und auf den Dammbau kann man in den stillen Altrheinen und Baggerseen sogar verzichten. Tatsächlich scheinen einzelne Biber diese Bequemlichkeiten bereits erkannt und sich dafür entschieden zu haben, Niederrheiner zu werden, doch wird man ihn kaum zu sehen bekommen, da er sehr scheu und nachtaktiv ist.

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Gestatten, Biber

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Überschrift: Test-Gans

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Die Erdkröten

Es gibt Tiere, die haben sich so erstaunlich gut an unsere moderne Zivilisation angepasst, dass man nur staunen kann. Zum Beispiel Krähen, die ihre Nüsse an roten Ampeln von Autos knacken lassen. Und dann wieder gibt es Tiere, deren Lebensplan so eine Anpassung leider nicht zulässt. Die Erdkröte ist so ein Fall. Seit Jahrtausenden folgt sie einem immer gleichen Lebensrhythmus. Wie alle Amphibien lebt sie sowohl im Wasser als auch an Land.  Im Wasser geboren, verlässt sie es im Sommer als Jungtier und wandert mit unzähligen Artgenossen in Lebensräume, in denen sie ihre Lieblingsnahrung findet – Würmer, Schnecken, Spinnen oder Insekten. Das können lichte Laub- oder Mischwälder sein, aber auch Streuobstwiesen und andere halboffene Landschaften aus Weiden, Wiesen und Hecken, ja sogar Schrebergärten, Friedhöfe oder feuchte Keller.

Im Frühjahr, nach der Frostperiode verlassen dann die Kröten ihre Winterquartiere und machen sich nachts in großen Gruppen wieder auf den Weg zu ihrem Laichgewässer – eben dem, in dem sie selbst zur Welt kamen. Leider wird dieser uralte Lebenskreislauf in unserer heutigen Welt von etwas durchkreuzt, das die Natur nicht vorhersehen konnte: Straßen mit schnellen Autos, die zwischen den Winterquartieren und den Laichgewässern liegen, und die jedes Jahr zur Zeit der Krötenwanderungen unzählige Opfer fordern. Den Menschen im Mittelalter wäre das wohl herzlich egal gewesen. Für sie galt die Erdkröte als "hässlichstes Tier der Welt" und wurde mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Niemals hätten sie den Aufwand nachvollziehen können, der heute für das Leben der streng geschützten Tiere betrieben wird.

Neue Straßen an Krötenwanderstrecken werden heute gleich mit Krötentunnel gebaut. Wo diese fehlen, errichten Naturschützer oft vor der Wanderung Schutzzäune aus Folie, die die Kröten von der Straße fernhalten. Auf der Suche nach einem Durchgang fallen sie dann in eingegrabene Eimer, mit denen sie am nächsten Tag sicher auf die andere Seite gebracht werden und dort ihre Wanderung fortsetzen können. Bitte achten auch Sie als Autofahrer darauf, möglichst langsam zu fahren, wenn Sie wie hier das Warnschild mit der Erdkröte am Straßenrand sehen.  Denn die Tiere werden nicht nur durch die Reifen zerquetscht, sondern sterben auch durch den Druckunterschied, der durch das Fahren entsteht – je schneller das Auto, desto größer der sogenannte Strömungsdruck. Also bitte keinesfalls schneller als 30 kmh fahren! Und wenn sie hier Tiere auf der Straße sehen, wie sie im Sommer bergauf, oder im Frühjahr bergab wandern, dann dürfen sie ihnen auch gern selbst über die Straße helfen.

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Amphibienwanderung

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