In Menzelen beliebt: der Frosch

Ein Wasserfrosch

Der Frosch gehört zu Menzelen wie die Krähe zu Veen: Die Schützenbrüderschaft Menzelen-Ost könnte frei nach den Höhnern singen: „Echte Frösche steh'n zusammen“. Oder sie hebt zum dorfeigenen Froschlied an – am besten natürlich am mitten in Menzelen-Ost gelegenen Froschbrunnen (ja, mit zwei wasserspeienden Fröschen!).

„Mitten in Menzelen“ steht dagegen überraschenderweise kaum ein Haus, denn der Ort hat zwei getrennte Hälften, West und Ost. Stattdessen schlängelt sich dazwischen ein kleiner Fluss hindurch: Von Kopfweiden gesäumt fließt hier die Flöth - in der Karte "Schwarzer Graben" genannt - durch eine feuchte Wiesenlandschaft. Dort fühlen sich natürlich auch die Frösche wohl und so kommt es wohl zu ihrem lokalen Ruhm.

Groß ist die Flöth nicht. Wer gute Beine hat, kann stellenweise darüber springen. Aber für viele unserer 13 heimischen Amphibienarten braucht es auch keine großen Gewässer. Frösche, Kröten und Molche legen ihren Laich in Teichen und Pfützen, teilweise sogar in vollgelaufenen Fahrspuren ab. Auch ein ruhiger Bach wie die Flöth oder eine ruhige Flussbucht kommt für einige Arten wie den Grasfrosch und den Teichmolch in Frage.

Aber auch im ruhigen Wasser sind Amphibien bzw. ihre Bestände vor Gefahren nicht mehr sicher. Vor allem durch Menschenhand sind in den Jahrzehnten um die Jahrtausendwende fast alle Frosch-, Kröten- und Molcharten sowie der Feuersalamander in NRW seltener geworden. Die Gründe sind verschieden wie die Amphibien selbst: Durch sinkendes Grundwasser fallen ihre Gewässer trocken, Nährstoffeinträge verschlechtern deren Wasserqualität und die Wanderstrecken zwischen ihren Sommer- und Winterlebensräumen werden von gefährlichen Straßen und anderer Infrastruktur zerschnitten.

In unserer aufgeräumten Natur finden Molch und Co. kaum noch einen geschützten Platz zur Überwinterung. Und das ist nur die eine Seite: Amphibienkrankheiten und natürliche Fressfeinde tun ihr Übriges. Und anders als den Vögeln trauern ihnen – außerhalb von Menzelen – leider nur wenige nach.

Höchste Zeit, mehr für die kleinen Wassertiere zu tun, damit es nicht wirklich zum Leben ohne Frosch kommt. Also einfach mal ein bisschen Unordnung im Garten zulassen ...

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