Woran denken Sie, wenn Sie die Worte „Weihnachten“ und „Schmarotzer“ hören? Na wir wollen das gar nicht vertiefen, aber sicher denken Sie nicht an Misteln. Ja sie wissen schon, die hübschen Zweige, unter denen man sich im Türrahmen küssen darf, Glücksbringer und zunehmend beliebter Weihnachtsschmuck. Die Pflanze, der man seit Urzeiten göttliche Kräfte nachsagt -  die wichtigste Zutat in Miraculix` Zaubertrank. Laubholz-Misteln sind tatsächlich Schmarotzer. Allerdings immerhin nur Halbschmarotzer. Das heißt sie entziehen ihrem Wirtsbaum Wasser und darin gelöste Mineralien. Den zweiten Schritt, die Photosynthese, also die Umwandlung von Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht in Traubenzucker übernehmen sie aber dann doch selbst.

Die Misteln wachsen weit oben – auf den besten Sonnenplätzen -  im Astwerk von Bäumen, die nicht „mistelfest“, also gegen ihren Befall nicht geschützt sind. Das sind hier bei uns vor allem Pappeln und Apfelbäume, aber auch Robinien, Linden und Ahorn. Auf Bäumen wachsend können sie bis zu siebzig Jahre alt werden und zu stattlichen Büschen von einem Meter Umfang heranwachsen. Die klebrigen Beeren der immergrünen Misteln sind für einige Singvögel, allen voran die Misteldrossel eine willkommene Winterspeise. Durch ihren Kot, und weil sie die klebrigen Samen immer wieder mit dem Schnabel an Zweigen abstreifen, helfen die Vögel der Mistel bei ihrer Verbreitung. Das ganze geht solange gut, bis der Mistelbefall Überhand nimmt. Dann können Äste und im schlimmsten Fall der ganze Baum absterben. Ironischerweise kann gerade die Entfernung der Mistel den Baum ebenfalls gefährden, nämlich dann, wenn rücksichtslos Äste abgesägt werden, um an die mittlerweile profitablen Misteln zu gelangen. Deshalb sollte man – auch wenn sie noch so hübsch aussehen – von ihrem Kauf als Weihnachtsschmuck besser Abstand nehmen. Ein Kuss im Freien unter lebenden Misteln ist sowieso viel wirkungsvoller...

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Misteln

Glücksbringende Schmarotzer

Woran denken Sie, wenn Sie die Worte „Weihnachten“ und „Schmarotzer“ hören? Na wir wollen das gar nicht vertiefen, aber sicher denken Sie nicht an Misteln. Ja sie wissen schon, die hübschen Zweige, unter denen man sich im Türrahmen küssen darf, Glücksbringer und zunehmend beliebter Weihnachtsschmuck. Die Pflanze, der man seit Urzeiten göttliche Kräfte nachsagt -  die wichtigste Zutat in Miraculix` Zaubertrank. Laubholz-Misteln sind tatsächlich Schmarotzer. Allerdings immerhin nur Halbschmarotzer. Das heißt sie entziehen ihrem Wirtsbaum Wasser und darin gelöste Mineralien. Den zweiten Schritt, die Photosynthese, also die Umwandlung von Kohlendioxid, Wasser und Sonnenlicht in Traubenzucker übernehmen sie aber dann doch selbst.

Die Misteln wachsen weit oben – auf den besten Sonnenplätzen -  im Astwerk von Bäumen, die nicht „mistelfest“, also gegen ihren Befall nicht geschützt sind. Das sind hier bei uns vor allem Pappeln und Apfelbäume, aber auch Robinien, Linden und Ahorn. Auf Bäumen wachsend können sie bis zu siebzig Jahre alt werden und zu stattlichen Büschen von einem Meter Umfang heranwachsen. Die klebrigen Beeren der immergrünen Misteln sind für einige Singvögel, allen voran die Misteldrossel eine willkommene Winterspeise. Durch ihren Kot, und weil sie die klebrigen Samen immer wieder mit dem Schnabel an Zweigen abstreifen, helfen die Vögel der Mistel bei ihrer Verbreitung. Das ganze geht solange gut, bis der Mistelbefall Überhand nimmt. Dann können Äste und im schlimmsten Fall der ganze Baum absterben. Ironischerweise kann gerade die Entfernung der Mistel den Baum ebenfalls gefährden, nämlich dann, wenn rücksichtslos Äste abgesägt werden, um an die mittlerweile profitablen Misteln zu gelangen. Deshalb sollte man – auch wenn sie noch so hübsch aussehen – von ihrem Kauf als Weihnachtsschmuck besser Abstand nehmen. Ein Kuss im Freien unter lebenden Misteln ist sowieso viel wirkungsvoller...

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