Jeder kennt Hirschkäfer mit dem imposanten geweihartigen Oberkiefer der Männchen. Aber haben Sie schon einmal einen gesehen? In freier Wildbahn? In ihrem Garten etwa oder vielleicht im Stadtwald? Nein? Das ist kein Wunder, denn die „fliegenden Hirsche“ gehören leider zu den sehr seltenen Tierarten. Ihre Eier legen die Weibchen im morschen Holz von Baumstümpfen oder abgestorbenen Baumresten ab. Dort leben dann auch die Larven und brauchen bis zu sechs Jahre, um sich zu einem erwachsenen Käfer zu entwickeln. Solches Totholz fehlt aber meistens in den heutigen Wäldern. Hier im Naturschutzgebiet Diersfordter Wald sieht die Sache zum Glück anders aus. Der Wald bietet reichlich Totholz. Er ist deshalb zu einem echten Refugium für Hirschkäfer mit einem der größten Vorkommen in Nordrhein-Westfalen geworden. Mit viel Glück können Sie von etwa Mitte Juni bis Ende Juli eines der seltenen Tiere im Wald entdecken. Der lichte, totholzreiche Wald bietet einer Vielzahl von Tieren, Pflanzen und Pilzen ein Zuhause. Unzählige Insekten brauchen wie der Hirschkäfer das Alt- und Totholz als Brutstätte. Auch seltene Vögel wie Kolkrabe, Pirol oder Wespenbussard finden hier einen Lebensraum. Alte Bäume mit Höhlen bieten vor allem Spechten und verschiedenen Fledermausarten ein Zuhause. Der Wald hier ist ein sogenannter „bodensaurer Eichenwald“. Sandige Ablagerungen aus der Eiszeit haben den relativ kargen Boden geformt, mit dem nur wenige Pflanzenarten zurecht kommen. Hier sind es vor allem Stieleichen, vereinzelte Rotbuchen und Kiefern, mit denen der Wald aufgeforstet wurde, als man im Ruhrgebiet besonders viel Holz im Bergbau benötigte. Heute bemühen sich Naturschützer, den Wald wieder in den ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Die Kiefern sollen in den nächsten Jahren wieder Stieleichen weichen, um die besondere Lebensgemeinschaft hier im Diersfordter Wald zu stärken. Man hat gute Chancen, auf seinem Spaziergang auch Wildschweine oder Hirsche beobachten zu können. Das Wild sorgt durch seinen Verbiss dafür, dass die offenen Landschaftselemente des Naturschutzgebiets wie Sandheiden, Binnendünen und Sandtrockenrasen nicht wieder verwalden. Denn auch dort leben an die Landschaft hervorragend angepasste seltene Pflanzen und Tiere wie die Heidelerche, die Zauneidechse oder der Baumfalke. Und noch eine dritte, faszinierende Lebenswelt gibt es im Naturschutzgebiet: die Heidemoore. Hätten Sie gedacht, dass es hier fleischfressende Pflanzen gibt wie den Sonnentau oder den Gelben Wasserschlauch? Krickenten, Graugänse und Zwergtaucher können hier ungestört brüten, und die Große Moosjungfer, eine seltene Libellenart vollführt hier wahre Flugkunststücke. Folgen Sie dem gut gekennzeichneten Bohlenweg und erleben Sie im Frühling ein imposantes Konzert von Hunderten der seltenen Moorfrösche.

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Diersfordter Wald

Ein wirkliches Naturerlebnis: Das Naturschutzgebiet Diersfordter Wald

Jeder kennt Hirschkäfer mit dem imposanten geweihartigen Oberkiefer der Männchen. Aber haben Sie schon einmal einen gesehen? In freier Wildbahn? In ihrem Garten etwa oder vielleicht im Stadtwald? Nein? Das ist kein Wunder, denn die „fliegenden Hirsche“ gehören leider zu den sehr seltenen Tierarten. Ihre Eier legen die Weibchen im morschen Holz von Baumstümpfen oder abgestorbenen Baumresten ab. Dort leben dann auch die Larven und brauchen bis zu sechs Jahre, um sich zu einem erwachsenen Käfer zu entwickeln. Solches Totholz fehlt aber meistens in den heutigen Wäldern. Hier im Naturschutzgebiet Diersfordter Wald sieht die Sache zum Glück anders aus. Der Wald bietet reichlich Totholz. Er ist deshalb zu einem echten Refugium für Hirschkäfer mit einem der größten Vorkommen in Nordrhein-Westfalen geworden. Mit viel Glück können Sie von etwa Mitte Juni bis Ende Juli eines der seltenen Tiere im Wald entdecken. Der lichte, totholzreiche Wald bietet einer Vielzahl von Tieren, Pflanzen und Pilzen ein Zuhause. Unzählige Insekten brauchen wie der Hirschkäfer das Alt- und Totholz als Brutstätte. Auch seltene Vögel wie Kolkrabe, Pirol oder Wespenbussard finden hier einen Lebensraum. Alte Bäume mit Höhlen bieten vor allem Spechten und verschiedenen Fledermausarten ein Zuhause. Der Wald hier ist ein sogenannter „bodensaurer Eichenwald“. Sandige Ablagerungen aus der Eiszeit haben den relativ kargen Boden geformt, mit dem nur wenige Pflanzenarten zurecht kommen. Hier sind es vor allem Stieleichen, vereinzelte Rotbuchen und Kiefern, mit denen der Wald aufgeforstet wurde, als man im Ruhrgebiet besonders viel Holz im Bergbau benötigte. Heute bemühen sich Naturschützer, den Wald wieder in den ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen. Die Kiefern sollen in den nächsten Jahren wieder Stieleichen weichen, um die besondere Lebensgemeinschaft hier im Diersfordter Wald zu stärken. Man hat gute Chancen, auf seinem Spaziergang auch Wildschweine oder Hirsche beobachten zu können. Das Wild sorgt durch seinen Verbiss dafür, dass die offenen Landschaftselemente des Naturschutzgebiets wie Sandheiden, Binnendünen und Sandtrockenrasen nicht wieder verwalden. Denn auch dort leben an die Landschaft hervorragend angepasste seltene Pflanzen und Tiere wie die Heidelerche, die Zauneidechse oder der Baumfalke. Und noch eine dritte, faszinierende Lebenswelt gibt es im Naturschutzgebiet: die Heidemoore. Hätten Sie gedacht, dass es hier fleischfressende Pflanzen gibt wie den Sonnentau oder den Gelben Wasserschlauch? Krickenten, Graugänse und Zwergtaucher können hier ungestört brüten, und die Große Moosjungfer, eine seltene Libellenart vollführt hier wahre Flugkunststücke. Folgen Sie dem gut gekennzeichneten Bohlenweg und erleben Sie im Frühling ein imposantes Konzert von Hunderten der seltenen Moorfrösche.

 

 

 

 

 

 

 

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