Stellen Sie sich vor, sie würden ihren Kopf wie einen Presslufthammer gegen einen Baum schlagen. Nein? Keine Lust auf starke Kopfschmerzen und Gehirnerschütterung? Spechte machen genau das bis zu 12.000 Mal am Tag. Wie das funktioniert? Nun, zum einen sitzt ihr Gehirn relativ fest im Kopf, wird also nicht hin und her geschleudert, wie es bei uns der Fall wäre. Es ist von starken Knochen umgeben und liegt oberhalb des Schnabels, sodass die Wucht des Aufpralls das Gehirn nicht direkt trifft. Zum anderen federn biegsame Knochengelenke und kräftige Schnabelmuskeln die harten Schläge ab – eine Art eingebauter Stoßdämpfer. Und diese Sonderausstattung brauchen sie, denn das Klopfen der Spechte ist Kommunikationsmittel – sehr stimmgewaltig sind sie nämlich nicht – und Lebensgrundlage. Denn so hacken sie nicht nur die Rinde von Bäumen, um begehrte Nahrung wie Käfer oder Ameisen freizulegen, sondern vor allem zimmern sie sich auf diese Weise geduldig ihre Wohn-, Schlaf- und Bruthöhlen. Und davon profitieren nicht nur sie selbst, sondern ungefähr 60 andere Tierarten, die nach dem Specht in die komfortablen Höhlen einziehen – Fledermäuse zum Beispiel, Eichhörnchen oder Hornissen. Damit sind Spechte so etwas wie die Architekten des Waldes und vor allem ein Indiz für lebendige und vielfältige Wälder. Zum lebendigen Wald gehört nämlich ironischerweise vor allem viel Totholz, und das brauchen die Spechte, denn es birgt nahrhafte Insekten und lässt sich leichter aushöhlen. Hier am Niederrhein werden Sie wie überall am ehesten die schwarz-weiß-roten Buntspechte sehen, mit etwas Glück auch die markanten Schwarz- oder Grünspechte, und ganz vielleicht als Kenner auch Mittel- und Kleinspechte.
Der Name „Schluckspecht“ ist übrigens ganz ungerecht – die findigen Vögel hacken zwar wirklich im Frühling gern Löcher in Ahorn- oder Birkenbäume, um an den süßen Saft zu gelangen. Vergoren ist der aber nicht.

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Die Spechte

Ein Wunder der Natur

Stellen Sie sich vor, sie würden ihren Kopf wie einen Presslufthammer gegen einen Baum schlagen. Nein? Keine Lust auf starke Kopfschmerzen und Gehirnerschütterung? Spechte machen genau das bis zu 12.000 Mal am Tag. Wie das funktioniert? Nun, zum einen sitzt ihr Gehirn relativ fest im Kopf, wird also nicht hin und her geschleudert, wie es bei uns der Fall wäre. Es ist von starken Knochen umgeben und liegt oberhalb des Schnabels, sodass die Wucht des Aufpralls das Gehirn nicht direkt trifft. Zum anderen federn biegsame Knochengelenke und kräftige Schnabelmuskeln die harten Schläge ab – eine Art eingebauter Stoßdämpfer. Und diese Sonderausstattung brauchen sie, denn das Klopfen der Spechte ist Kommunikationsmittel – sehr stimmgewaltig sind sie nämlich nicht – und Lebensgrundlage. Denn so hacken sie nicht nur die Rinde von Bäumen, um begehrte Nahrung wie Käfer oder Ameisen freizulegen, sondern vor allem zimmern sie sich auf diese Weise geduldig ihre Wohn-, Schlaf- und Bruthöhlen. Und davon profitieren nicht nur sie selbst, sondern ungefähr 60 andere Tierarten, die nach dem Specht in die komfortablen Höhlen einziehen – Fledermäuse zum Beispiel, Eichhörnchen oder Hornissen. Damit sind Spechte so etwas wie die Architekten des Waldes und vor allem ein Indiz für lebendige und vielfältige Wälder. Zum lebendigen Wald gehört nämlich ironischerweise vor allem viel Totholz, und das brauchen die Spechte, denn es birgt nahrhafte Insekten und lässt sich leichter aushöhlen. Hier am Niederrhein werden Sie wie überall am ehesten die schwarz-weiß-roten Buntspechte sehen, mit etwas Glück auch die markanten Schwarz- oder Grünspechte, und ganz vielleicht als Kenner auch Mittel- und Kleinspechte.
Der Name „Schluckspecht“ ist übrigens ganz ungerecht – die findigen Vögel hacken zwar wirklich im Frühling gern Löcher in Ahorn- oder Birkenbäume, um an den süßen Saft zu gelangen. Vergoren ist der aber nicht.

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