Wie schade, dass Bäume nicht sprechen. Was könnte eine Eiche nicht alles erzählen? Mit rund 1000 Jahren stammen Deutschlands älteste Exemplare noch aus dem Mittelalter – Langzeitkatastrophen wie der 30 jährige Krieg waren für sie nur kurze Episoden. Diese Langlebigkeit verdanken die Bäume vor allem ihrer langen Pfahlwurzel, die sie hervorragend gegen Stürme wappnet – und zu einem Symbol für Standhaftigkeit machte. In vielen Kulturen galten sie gar als göttlicher Baum, nicht zuletzt wegen ihrer nahrhaften Früchte. Jahrhundertelang wurde der Wert eines Waldes nicht in Holz, sondern in Schweinen gemessen, die dort mit den Eicheln gemästet werden konnten. „Auf Eichen wachsen die besten Schinken“ sagte man und hoffte stets auf gute „Mastjahre“.  Eicheln waren so wertvoll, dass selbst Kinder nicht einfach ein paar davon aufsammeln durften. Das änderte sich erst in der Neuzeit, als die Kartoffel hier ihren Siegeszug antrat. Ab da wurden Schweine mit Kartoffeln gemästet und kamen in den Stall. Nun galt das Interesse vor allem dem Eichenholz, das bis heute konkurrenzlos hart, haltbar und entsprechend beliebt ist. Ganze Eichenwälder fuhren früher als Schiffe über die Ozeane. Eichen wurden zu Fachwerk, kostbaren Möbeln, Klavieren und Whiskeyfässern. Die Stadt Venedig würde es ohne die Eichenpfähle vielleicht gar nicht geben. Und die Eiche hat noch mehr zu bieten. Die Gerbstoffe in der Rrinde wurden in der Ledergerberei verwendet und dienten auch als entzündungshemmende Arznei. In Notzeiten konnten auch Menschen die Eicheln als Nahrung nutzen, wenn sie ihnen die Bitterstoffe entzogen – Eichelkaffee kennen wir auch heute noch. Und für Tiere haben Eichen natürlich auch viel zu bieten, vor allem Brutplätze und Futter. Eichelhäher, Eichhörnchen oder die Eichengallwespe haben ihren Namen schließlich nicht ohne Grund.
Die Eichen hier an der Allee sind noch echte Jungspunde – 40, vielleicht 50 Jahre. Wer sie pflanzte, bewies Weitblick. Denn an dieser Schatten spendenden, grünen Ader werden sich noch viele Generationen erfreuen.

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Die Eichenallee

Treuer Wegbegleiter

Wie schade, dass Bäume nicht sprechen. Was könnte eine Eiche nicht alles erzählen? Mit rund 1000 Jahren stammen Deutschlands älteste Exemplare noch aus dem Mittelalter – Langzeitkatastrophen wie der 30 jährige Krieg waren für sie nur kurze Episoden. Diese Langlebigkeit verdanken die Bäume vor allem ihrer langen Pfahlwurzel, die sie hervorragend gegen Stürme wappnet – und zu einem Symbol für Standhaftigkeit machte. In vielen Kulturen galten sie gar als göttlicher Baum, nicht zuletzt wegen ihrer nahrhaften Früchte. Jahrhundertelang wurde der Wert eines Waldes nicht in Holz, sondern in Schweinen gemessen, die dort mit den Eicheln gemästet werden konnten. „Auf Eichen wachsen die besten Schinken“ sagte man und hoffte stets auf gute „Mastjahre“.  Eicheln waren so wertvoll, dass selbst Kinder nicht einfach ein paar davon aufsammeln durften. Das änderte sich erst in der Neuzeit, als die Kartoffel hier ihren Siegeszug antrat. Ab da wurden Schweine mit Kartoffeln gemästet und kamen in den Stall. Nun galt das Interesse vor allem dem Eichenholz, das bis heute konkurrenzlos hart, haltbar und entsprechend beliebt ist. Ganze Eichenwälder fuhren früher als Schiffe über die Ozeane. Eichen wurden zu Fachwerk, kostbaren Möbeln, Klavieren und Whiskeyfässern. Die Stadt Venedig würde es ohne die Eichenpfähle vielleicht gar nicht geben. Und die Eiche hat noch mehr zu bieten. Die Gerbstoffe in der Rinde wurden in der Ledergerberei verwendet und dienten auch als entzündungshemmende Arznei. In Notzeiten konnten auch Menschen die Eicheln als Nahrung nutzen, wenn sie ihnen die Bitterstoffe entzogen – Eichelkaffee kennen wir auch heute noch. Und für Tiere haben Eichen natürlich auch viel zu bieten, vor allem Brutplätze und Futter. Eichelhäher, Eichhörnchen oder die Eichengallwespe haben ihren Namen schließlich nicht ohne Grund.
Die Eichen hier an der Allee sind noch echte Jungspunde – 40, vielleicht 50 Jahre. Wer sie pflanzte, bewies Weitblick. Denn an dieser Schatten spendenden, grünen Ader werden sich noch viele Generationen erfreuen.

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