Wie bitte? Eine Fischtreppe? Also eine Treppe für Fische? Soso. Darf's vielleicht gleich ein Aufzug sein? Sie werden staunen: es gibt, so wie hier an der Bärenschleuse, an immer mehr Stellen sogenannte Fischtreppen oder Fischaufstiegshilfen. Denn die Fische in Fließgewässern haben ein Problem. So wie das Wasser, in dem sie leben, hält es sie nicht an einem Ort. Die Plätze mit dem guten Nahrungsangebot sind nicht gleichzeitig gute Laichplätze oder Ruheräume. Also wandern sie flussauf- und flussabwärts von den ergiebigen Nahrungsrevieren zu den ruhigen Brutgewässern und zurück. Aber dort, wo eine Schleuse den Wasserzufluss reguliert, kommen die Tiere nicht weiter. Bei Vollstau liegen hier bei der Bärenschleuse ein Meter und sechzig Zentimeter Unterschied zwischen dem oberen und unteren Flussabschnitt. Das wäre nicht einmal für fliegende Fische in den Tropen zu schaffen. Im Umkreis einer normalen Schleuse können die Fische daher nicht erfolgreich leben und sich fortpflanzen. Das Gleiche gilt übrigens auch für andere Wasserbewohner wie Amphibien, Krebse, Schnecken oder Muscheln. Auf die Schleusen verzichten können wir Menschen aber in der Regel auch nicht. Sie sind gerade am Niederrhein ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz. Und hier die Bärenschleuse ist noch dazu ein eingetragenes Kulturdenkmal. Sie wurde bereits vor knapp vierhundert Jahren an der Issel errichtet, um die Wasserversorgung der Festung Wesel zu regulieren. Und falls Sie sich schon die ganze Zeit wundern: mit Bären hat die Schleuse nichts zu tun. „Bär“ ist einfach eine alte Bezeichnung für „Schleuse“ oder „Sperre“. Was also tun mit der Bärenschleuse? Sie müsste irgendwie für Fische passierbar gemacht werden, dachte man sich, und entschied sich 2003 für eine zweigleisige Lösung. Direkt an der Schleuse errichtete man eine sogenannte „raue Rampe“ mit acht Becken. Im Winter, wenn die Schleuse zum Ablassen des Hochwassers geöffnet ist, können die Tiere über diese Becken Stück für Stück den Höhenunterschied überwinden. Wenn im Sommer die Schleuse geschlossen bleibt, ermöglicht eine kleine Umgehungsstrecke weiter im Norden mit siebzehn abfallenden Becken und einer Ruhezone das erfolgreiche Passieren der Schleuse. Mit diesem kleinen Fischbach ist gleichzeitig ein wertvolles Biotop entstanden. Inzwischen wurden immerhin schon über zehn Fischarten und verschiedene Muscheln hier beobachtet. Darunter sind verschiedene Karpfenartige, Regenbogenforellen, Barsche, Hechte, Aale und Steinbeißer, und selbst so relativ schlechte Schwimmer wie die Koppe. Das zeigt, wie gut die Fischtreppe funktioniert.

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Die Bärenschleuse

Die Bärenschleuse mit der Fischtreppe

Wie bitte? Eine Fischtreppe? Also eine Treppe für Fische? Soso. Darf's vielleicht gleich ein Aufzug sein? Sie werden staunen: es gibt, so wie hier an der Bärenschleuse, an immer mehr Stellen sogenannte Fischtreppen oder Fischaufstiegshilfen. Denn die Fische in Fließgewässern haben ein Problem. So wie das Wasser, in dem sie leben, hält es sie nicht an einem Ort. Die Plätze mit dem guten Nahrungsangebot sind nicht gleichzeitig gute Laichplätze oder Ruheräume. Also wandern sie flussauf- und flussabwärts von den ergiebigen Nahrungsrevieren zu den ruhigen Brutgewässern und zurück. Aber dort, wo eine Schleuse den Wasserzufluss reguliert, kommen die Tiere nicht weiter. Bei Vollstau liegen hier bei der Bärenschleuse ein Meter und sechzig Zentimeter Unterschied zwischen dem oberen und unteren Flussabschnitt. Das wäre nicht einmal für fliegende Fische in den Tropen zu schaffen. Im Umkreis einer normalen Schleuse können die Fische daher nicht erfolgreich leben und sich fortpflanzen. Das Gleiche gilt übrigens auch für andere Wasserbewohner wie Amphibien, Krebse, Schnecken oder Muscheln. Auf die Schleusen verzichten können wir Menschen aber in der Regel auch nicht. Sie sind gerade am Niederrhein ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz. Und hier die Bärenschleuse ist noch dazu ein eingetragenes Kulturdenkmal. Sie wurde bereits vor knapp vierhundert Jahren an der Issel errichtet, um die Wasserversorgung der Festung Wesel zu regulieren. Und falls Sie sich schon die ganze Zeit wundern: mit Bären hat die Schleuse nichts zu tun. „Bär“ ist einfach eine alte Bezeichnung für „Schleuse“ oder „Sperre“. Was also tun mit der Bärenschleuse? Sie müsste irgendwie für Fische passierbar gemacht werden, dachte man sich, und entschied sich 2003 für eine zweigleisige Lösung. Direkt an der Schleuse errichtete man eine sogenannte „raue Rampe“ mit acht Becken. Im Winter, wenn die Schleuse zum Ablassen des Hochwassers geöffnet ist, können die Tiere über diese Becken Stück für Stück den Höhenunterschied überwinden. Wenn im Sommer die Schleuse geschlossen bleibt, ermöglicht eine kleine Umgehungsstrecke weiter im Norden mit siebzehn abfallenden Becken und einer Ruhezone das erfolgreiche Passieren der Schleuse. Mit diesem kleinen Fischbach ist gleichzeitig ein wertvolles Biotop entstanden. Inzwischen wurden immerhin schon über zehn Fischarten und verschiedene Muscheln hier beobachtet. Darunter sind verschiedene Karpfenartige, Regenbogenforellen, Barsche, Hechte, Aale und Steinbeißer, und selbst so relativ schlechte Schwimmer wie die Koppe. Das zeigt, wie gut die Fischtreppe funktioniert.

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