Kaum etwas hat die Wahrnehmung der Welt so grundlegend verändert wie die Eisenbahn. Wir können uns das heute nur schwer vorstellen, aber schon Nachbarorte, ein paar Kilometer weiter, waren vor ihrer Erfindung Stunden, und damit eben „meilenweit“ entfernt. Städte wie Berlin oder Amsterdam lagen Anfang des 19. Jahrhunderts für einen nieder-rheinischen Bauern gefühlt kaum näher als Afrika. Mit der Eisenbahn rückte die Welt erstmals näher zusammen, und der Anschluss an ihr Schienennetz entschied über die Zukunft von Kommunen. Mehrhoog gehörte zu den glücklichen Orten, die 1854 „auf den Zug aufspringen“ konnten, und der Bahnhof an der neuen Eisenbahnlinie Oberhausen – Emmerich – Arnheim weckte das kleine 200-Seelen-Bauerndorf aus seinem Dornröschenschlaf. Die Eisenbahnlinie hatte für die Preußen auch einen strategischen Aspekt und wurde auf einer hochwassersicher erachteten Trasse rechtsrheinisch verlegt. Schnell ließen sich hier Wirte, Handwerker und Geschäftsleute nieder, und schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich die Einwohnerzahl verdreifacht. Allein der Bau des Bahnhofs und die Güterabfertigung beschäftigten gut 1.000 Menschen, und der Ort dehnte sich deutlich aus. Auch Bergleute ließen sich hier gern nieder, denn die Bahn brachte sie schnell zu den nah gelegenen Zechenstandorten im Ruhrgebiet. Bis heute gehört die Bahnlinie zu den wichtigsten Strecken in Deutschland. Inzwischen leben hier fast 7.000 Menschen, und sie wissen genau, was sie der Eisenbahn verdanken. Man hat ihr deshalb vor der Sparkassen-Filiale ein Denkmal gesetzt – in Form eines bronzenen Gleisarbeiters – des „Bahnekerls“.

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Der Bahnekerl

Der Bahnekerl - Boom durch die Bahn

Kaum etwas hat die Wahrnehmung der Welt so grundlegend verändert wie die Eisenbahn. Wir können uns das heute nur schwer vorstellen, aber schon Nachbarorte, ein paar Kilometer weiter, waren vor ihrer Erfindung Stunden, und damit eben „meilenweit“ entfernt. Städte wie Berlin oder Amsterdam lagen Anfang des 19. Jahrhunderts für einen nieder-rheinischen Bauern gefühlt kaum näher als Afrika. Mit der Eisenbahn rückte die Welt erstmals näher zusammen, und der Anschluss an ihr Schienennetz entschied über die Zukunft von Kommunen. Mehrhoog gehörte zu den glücklichen Orten, die 1854 „auf den Zug aufspringen“ konnten, und der Bahnhof an der neuen Eisenbahnlinie Oberhausen – Emmerich – Arnheim weckte das kleine 200-Seelen-Bauerndorf aus seinem Dornröschenschlaf. Die Eisenbahnlinie hatte für die Preußen auch einen strategischen Aspekt und wurde auf einer hochwassersicher erachteten Trasse rechtsrheinisch verlegt. Schnell ließen sich hier Wirte, Handwerker und Geschäftsleute nieder, und schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte sich die Einwohnerzahl verdreifacht. Allein der Bau des Bahnhofs und die Güterabfertigung beschäftigten gut 1.000 Menschen, und der Ort dehnte sich deutlich aus. Auch Bergleute ließen sich hier gern nieder, denn die Bahn brachte sie schnell zu den nah gelegenen Zechenstandorten im Ruhrgebiet. Bis heute gehört die Bahnlinie zu den wichtigsten Strecken in Deutschland. Inzwischen leben hier fast 7.000 Menschen, und sie wissen genau, was sie der Eisenbahn verdanken. Man hat ihr deshalb vor der Sparkassen-Filiale ein Denkmal gesetzt – in Form eines bronzenen Gleisarbeiters – des „Bahnekerls“.

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