Archäologen bei der Arbeit? Da denken wir immer an Menschen, die die Erde nach Zeugnissen früherer Kulturen durchkämmen. Dabei gibt es dank moderner Technik viel mehr Möglichkeiten. Mit Magnetometer-Messgeräten können Veränderungen im Boden geortet werden, ohne dass ausgegraben werden muss, und viele Erkenntnisse gewinnt man bekanntlich am besten mit einigem Abstand – das heißt in diesem Fall aus der Luft. Im Boden verborgene Strukturen beeinflussen nämlich das Pflanzenwachstum - Pflanzen wachsen über Mauerresten oder befüllten Gräben anders – höher oder niedriger -  als auf normalem Boden. Und während man davon nichts wahrnimmt, wenn man mitten auf der Wiese steht, treten die Unterschiede auf Luftaufnahmen deutlich zu Tage.
Mit Hilfe solcher Luftbilder ist Archäologen hier ein völlig unerwarteter Sensationsfund gelungen – ein bisher unbekanntes Römerlager, erstaunlich groß, und erstaunlich stark befestigt. Die Forschung steht noch am Anfang, und so weiß man bisher nur, dass es wohl kein dauerhaftes Lager war, sondern dass immer wieder kurzfristige Militärlager mit unterschiedlichen Ausdehnungen angelegt wurden, das erste vielleicht um ca. 70 n. Chr. Damit könnte das Lager als Reaktion auf den Bataveraufstand entstanden sein, bei dem die batavischen Truppen gegen die römische Herrschaft in Niedergermanien rebellierten und das nahegelegene Lager Vetera beim heutigen Xanten überfielen. Die ungewöhnlich große Anzahl von vier bis fünf Gräben an manchen Stellen weist jedenfalls auf eine besondere Bedrohungslage hin. Und sie lässt uns bis heute staunen, welche ungeheure Pionierarbeit die römischen Legionäre trotz eher kurzfristiger Stationierung hier leisteten. Gräben, Holzwälle, Wachtürme und verschiedenste Gebäude -  es ist passend, dass ausgerechnet eine dolabra, die typische Pionieraxt der Legionäre zu den bisherigen Fundstücken zählt. Ohne sie wäre der langanhaltende Erfolg der römischen Legionen undenkbar gewesen.

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Das Römerlager in Till

Ein paar Linien im Acker

Archäologen bei der Arbeit? Da denken wir immer an Menschen, die die Erde nach Zeugnissen früherer Kulturen durchkämmen. Dabei gibt es dank moderner Technik viel mehr Möglichkeiten. Mit Magnetometer-Messgeräten können Veränderungen im Boden geortet werden, ohne dass ausgegraben werden muss, und viele Erkenntnisse gewinnt man bekanntlich am besten mit einigem Abstand – das heißt in diesem Fall aus der Luft. Im Boden verborgene Strukturen beeinflussen nämlich das Pflanzenwachstum - Pflanzen wachsen über Mauerresten oder befüllten Gräben anders – höher oder niedriger -  als auf normalem Boden. Und während man davon nichts wahrnimmt, wenn man mitten auf der Wiese steht, treten die Unterschiede auf Luftaufnahmen deutlich zu Tage.
Mit Hilfe solcher Luftbilder ist Archäologen hier ein völlig unerwarteter Sensationsfund gelungen – ein bisher unbekanntes Römerlager, erstaunlich groß, und erstaunlich stark befestigt. Die Forschung steht noch am Anfang, und so weiß man bisher nur, dass es wohl kein dauerhaftes Lager war, sondern dass immer wieder kurzfristige Militärlager mit unterschiedlichen Ausdehnungen angelegt wurden, das erste vielleicht um ca. 70 n. Chr. Damit könnte das Lager als Reaktion auf den Bataveraufstand entstanden sein, bei dem die batavischen Truppen gegen die römische Herrschaft in Niedergermanien rebellierten und das nahegelegene Lager Vetera beim heutigen Xanten überfielen. Die ungewöhnlich große Anzahl von vier bis fünf Gräben an manchen Stellen weist jedenfalls auf eine besondere Bedrohungslage hin. Und sie lässt uns bis heute staunen, welche ungeheure Pionierarbeit die römischen Legionäre trotz eher kurzfristiger Stationierung hier leisteten. Gräben, Holzwälle, Wachtürme und verschiedenste Gebäude -  es ist passend, dass ausgerechnet eine dolabra, die typische Pionieraxt der Legionäre zu den bisherigen Fundstücken zählt. Ohne sie wäre der langanhaltende Erfolg der römischen Legionen undenkbar gewesen.

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