Wie gut, dass es am Niederrhein so viele Deiche gibt. Denn sie schützen nicht nur unsere Ortschaften und Felder vor Hochwasser, sondern sie sind auch letzte Refugien für viele selten gewordene Arten. Vor allem blütenreiche Wiesen. Bunte Blumenwiesen waren früher weit verbreitet und charakteristisch für die Niederrheinlandschaft. Auf den höher gelegenen Bereichen der Aue mit ihren relativ trockenen Böden in unserem milden Klima wuchsen sogenannte Halbtrockenrasen und Glatthaferwiesen, die einer Vielzahl von Arten einen wunderbaren Lebensraum boten. Die Intensivierung der Landnutzung hat diese Ökosysteme inzwischen fast gänzlich verdrängt. Da ist es ein Glück, dass sich Deiche einem grünen Band gleich durch die Niederrheinische Landschaft ziehen. Bei einer extensiven Nutzung haben die bunten, wärmeliebenden Wiesenblumen und Wildkräuter dort noch eine Chance. Jedenfalls da, wo man zur Pflege der Deiche auf extensive Bewirtschaftung, also auf eine geringe Düngung setzt. Eine späte Mahd im Juni oder eine Beweidung zum Beispiel durch Schafe, wie es hier geschieht, sind auch hilfreich. Schafe sind perfekte Deich-Rasenmäher. Solange sie nur gelegentlich grasen, kommen die Blumen trotzdem zu ihrer Blüte – und das freut natürlich auch viele, zum Teil seltene Insekten, die dringend auf die blütenreichen Refugien auf den Deichen angewiesen sind. So eine extensive Beweidung und Pflege hilft außerdem dem Hochwasserschutz: die Schafe treten die Grasnarbe schön fest, und die wenig gedüngten Pflanzen bilden in den nährstoffarmen Böden eine dichte, tief und fest ineinander verwurzelte Pflanzendecke aus – das schützt vor Erosionen. Leider werden auch die Deiche oft nur noch gemäht und nicht mehr zeitweise beweidet. Dort wachsen dann nur noch Gräser, die kaum Nahrung für Insekten bieten. Vor allem macht die  intensive Düngung starkes Wurzelwachstum überflüssig, weil immer genügend Nährstoffe direkt verfügbar sind. Die Pflanzen sind daher weniger fest verwurzelt, und der Deich wird anfälliger für Erosionsschäden. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft möglichst überall die Deiche extensiv gepflegt werden und so eine farbenprächtige Vielfalt bieten wie hier.

Zurück

Blütenreiche Deiche

Ein Blütenmeer für den Hochwasserschutz

Wie gut, dass es am Niederrhein so viele Deiche gibt. Denn sie schützen nicht nur unsere Ortschaften und Felder vor Hochwasser, sondern sie sind auch letzte Refugien für viele selten gewordene Arten. Vor allem blütenreiche Wiesen. Bunte Blumenwiesen waren früher weit verbreitet und charakteristisch für die Niederrheinlandschaft. Auf den höher gelegenen Bereichen der Aue mit ihren relativ trockenen Böden in unserem milden Klima wuchsen sogenannte Halbtrockenrasen und Glatthaferwiesen, die einer Vielzahl von Arten einen wunderbaren Lebensraum boten. Die Intensivierung der Landnutzung hat diese Ökosysteme inzwischen fast gänzlich verdrängt. Da ist es ein Glück, dass sich Deiche einem grünen Band gleich durch die Niederrheinische Landschaft ziehen. Bei einer extensiven Nutzung haben die bunten, wärmeliebenden Wiesenblumen und Wildkräuter dort noch eine Chance. Jedenfalls da, wo man zur Pflege der Deiche auf extensive Bewirtschaftung, also auf eine geringe Düngung setzt. Eine späte Mahd im Juni oder eine Beweidung zum Beispiel durch Schafe, wie es hier geschieht, sind auch hilfreich. Schafe sind perfekte Deich-Rasenmäher. Solange sie nur gelegentlich grasen, kommen die Blumen trotzdem zu ihrer Blüte – und das freut natürlich auch viele, zum Teil seltene Insekten, die dringend auf die blütenreichen Refugien auf den Deichen angewiesen sind. So eine extensive Beweidung und Pflege hilft außerdem dem Hochwasserschutz: die Schafe treten die Grasnarbe schön fest, und die wenig gedüngten Pflanzen bilden in den nährstoffarmen Böden eine dichte, tief und fest ineinander verwurzelte Pflanzendecke aus – das schützt vor Erosionen. Leider werden auch die Deiche oft nur noch gemäht und nicht mehr zeitweise beweidet. Dort wachsen dann nur noch Gräser, die kaum Nahrung für Insekten bieten. Vor allem macht die  intensive Düngung starkes Wurzelwachstum überflüssig, weil immer genügend Nährstoffe direkt verfügbar sind. Die Pflanzen sind daher weniger fest verwurzelt, und der Deich wird anfälliger für Erosionsschäden. Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft möglichst überall die Deiche extensiv gepflegt werden und so eine farbenprächtige Vielfalt bieten wie hier.

Zur Übersicht Nächste Seite Zur Karte