Es ist schon eine Krux mit der Energie. Wir brauchen so viel davon und sind uns so uneins, wie man sie am besten gewinnt. Atomstrom kann niemand mehr ernsthaft wollen, fossile Energiereserven sind endlich, und ihre Gewinnung und Verbrennung politisch brisant und unökologisch. Sonnenenergie ist toll, würde nur die Sonne hier etwas mehr und zuverlässiger scheinen. Windkraft ist vielversprechend, aber je nach Standort scheiden sich an ihrer Nutzung auch die Geister. Bleiben hierzulande vor allem Biogasanlagen. Die Idee ist eigentlich genial und so etwas wie die Umsetzung eines alten alchemistischen Traums. Man macht - zumindest im übertragenden Sinn – Gold aus Mist. Zig Millionen Bakterien fermentieren Rindergülle oder Hühnerkot. Dabei entsteht Methangas, das dann in Strom- und Wärmeenergie umgewandelt wird. Der zurückbleibende Gärrest besitzt erheblich bessere Düngequalitäten und ist auch deutlich geruchsneutraler als die ursprüngliche Gülle, wenn er wieder auf die Felder ausgebracht wird. Darüber hinaus ist Biomethangas - als einzige der regenerativen Energie-Quellen – unter den großen Behälterdächern speicherbar. Das klingt nach einer Win-Win-Situation für alle. Aber die Sache hat einen Haken: Viehmist macht nur einen Teil der Einsatzstoffe aus. Die meisten Biogasanlagen vergären vor allem Maissilage, denn Mais ist das effektivste verfügbare Substrat. Das ist einer der Gründe, warum in den letzten Jahren immer mehr Maisfelder entstanden. Wobei man sagen muss, dass der Löwenanteil des Mais als Futtermittel für die intensive Rinderhaltung verwendet wird.  Kommt es aber zu Maismonokulturen kann das fatale Auswirkungen auf das Artensterben haben.
Im Übrigen müssen Betreiber einer Biogasanlage penibel auf die Sicherheit achten: das Methangas darf nicht entweichen, Abwässer dürfen auf keinen Fall in den umliegenden Bächen landen – die Bakterienbrühe vernichtet dort nämlich zuverlässig alles Leben, und es sollte darauf geachtet werden, dass die verwendeten Stoffe aus der Region und aus verantwortungsvoller Wirtschaft stammen. Die Biogasanlage von Schloss Wissen ist dafür ein positives Beispiel und zeigt, dass Biogasanlagen - richtig bewirtschaftet - ein gutes Zukunftsmodell sein können, insbesondere dann, wenn, wie hier, auch der überwiegende Anteil der anfallenden Wärme Verwendung findet.

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Biogas

Biogasanlagen - Milchmädchenrechnung oder Zukunftsmodell?

Es ist schon eine Krux mit der Energie. Wir brauchen so viel davon und sind uns so uneins, wie man sie am besten gewinnt. Atomstrom kann niemand mehr ernsthaft wollen, fossile Energiereserven sind endlich, und ihre Gewinnung und Verbrennung politisch brisant und unökologisch. Sonnenenergie ist toll, würde nur die Sonne hier etwas mehr und zuverlässiger scheinen. Windkraft ist vielversprechend, aber je nach Standort scheiden sich an ihrer Nutzung auch die Geister. Bleiben hierzulande vor allem Biogasanlagen. Die Idee ist eigentlich genial und so etwas wie die Umsetzung eines alten alchemistischen Traums. Man macht - zumindest im übertragenden Sinn – Gold aus Mist. Zig Millionen Bakterien fermentieren Rindergülle oder Hühnerkot. Dabei entsteht Methangas, das dann in Strom- und Wärmeenergie umgewandelt wird. Der zurückbleibende Gärrest besitzt erheblich bessere Düngequalitäten und ist auch deutlich geruchsneutraler als die ursprüngliche Gülle, wenn er wieder auf die Felder ausgebracht wird. Darüber hinaus ist Biomethangas - als einzige der regenerativen Energie-Quellen – unter den großen Behälterdächern speicherbar. Das klingt nach einer Win-Win-Situation für alle. Aber die Sache hat einen Haken: Viehmist macht nur einen Teil der Einsatzstoffe aus. Die meisten Biogasanlagen vergären vor allem Maissilage, denn Mais ist das effektivste verfügbare Substrat. Das ist einer der Gründe, warum in den letzten Jahren immer mehr Maisfelder entstanden. Wobei man sagen muss, dass der Löwenanteil des Mais als Futtermittel für die intensive Rinderhaltung verwendet wird.  Kommt es aber zu Maismonokulturen kann das fatale Auswirkungen auf das Artensterben haben.
Im Übrigen müssen Betreiber einer Biogasanlage penibel auf die Sicherheit achten: das Methangas darf nicht entweichen, Abwässer dürfen auf keinen Fall in den umliegenden Bächen landen – die Bakterienbrühe vernichtet dort nämlich zuverlässig alles Leben, und es sollte darauf geachtet werden, dass die verwendeten Stoffe aus der Region und aus verantwortungsvoller Wirtschaft stammen. Die Biogasanlage von Schloss Wissen ist dafür ein positives Beispiel und zeigt, dass Biogasanlagen - richtig bewirtschaftet - ein gutes Zukunftsmodell sein können, insbesondere dann, wenn, wie hier, auch der überwiegende Anteil der anfallenden Wärme Verwendung findet.

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